Wirtschaft & Gewerbe

Hier finden Sie Informationen zum Thema Wirtschaft und Gewerbe im Landkreis Cloppenburg ...

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Breitbandausbau

Breitbandausbau im Landkreis Cloppenburg (Stand: Februar 2021)

Die leistungsfähige Breitbandversorgung ist ein entscheidender Standortfaktor und Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und zukunftsfähige Entwicklung, vor allem im ländlichen Raum. Daher engagieren sich der Landkreis Cloppenburg und die kreisangehörigen Städte und Gemeinden gemeinsam bereits seit Jahren für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur in unterversorgten Gebieten, den sogenannten „weißen Flecken“. Nach Bundesvorgabe sind dies Ortslagen, in denen lediglich Bandbreiten von weniger als 30 MBit/s zur Verfügung stehen und Telekommunikationsunternehmen (TKU) das Netz nicht mit eigenen Finanzmitteln (eigenwirtschaftlich) ausbauen. Diese unterversorgten Gebiete werden durch den Landkreis und ein Fachplanungsbüro für Breitbandausbau durch ein rechtlich vorgeschriebenes Markterkundungsverfahren identifiziert.

Die Versorgung mit breitbandigem Internet ist bundesweit vordringlich Aufgabe des freien Marktes und damit der Telekommunikationsunternehmen. Eingriffe von Kommunen sind nur dort rechtlich zulässig, wo ein Marktversagen herrscht. In diesen Gebieten baut der Landkreis Cloppenburg als freiwillige Leistung mit seinen Städten und Gemeinden kontinuierlich das Breibandnetz mit Fördermitteln aus.

Der Ausbau im Landkreis findet im Rahmen des Wirtschaftlichkeitslückenmodells statt. Dies bedeutet, dass die Kommunen dem jeweiligen TKU eine Investitionsbeihilfe für die Erschließung von Gebieten zahlen, die ohne Fördermittel nicht wirtschaftlich durch die Unternehmen ausgebaut werden könnten. Der Landkreis Cloppenburg ist somit durchleitende Stelle für die Fördermittel von Bund, Land, Landkreis und Kreiskommunen, aber nicht Bauherr des Netzes. Diese Verantwortung liegt bei den ausführenden Unternehmen, die nach öffentlichen, meist europaweiten Ausschreibungen, beauftragt werden.

Die Projekte werden mit Fördermitteln des Bundes nach der „Richtlinie für die Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“ und des Landes Niedersachsen nach der „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Breitbandversorgung ländlicher Räume“ unterstützt. Die nicht durch Fördermittel gedeckte Wirtschaftlichkeitslücke wird vom Landkreis und den kreisangehörigen Städten und Gemeinden je zur Hälfte finanziert.

Kabelrolle

 

Übersichtskarte Breitbandausbau im Landkreis Cloppenburg

Der Landkreis Cloppenburg hat im Geodatenportal eine kartographische Übersicht über die Breitbandausbauprojekte erstellt. Die Karte ist hier zu finden:

Geodatenportal Breitbandausbau

 

Breitbandausbau bis 2014

Insgesamt wurden bis zum Jahr 2014 ca. 14.300 Adressen von insgesamt rund 57.000 Adressen im Kreis Cloppenburg mit Kommunalmitteln in Höhe von 10 Mio. EUR ausgebaut.

2014 hat der Landkreis Cloppenburg die Breitbandversorgung mit einer kreisweiten Breitbandstrukturplanung untersucht und alle unterversorgten Gebiete ermittelt. Seitdem werden diese weißen Flecken im Rahmen einer Breitband-Ausbaustrategie mit den kreisangehörigen Kommunen und hohem finanziellen Aufwand Schritt für Schritt beseitigt, wo möglich.


 

In der Umsetzung: Ausbau von Gewerbegebieten und gewerblichen Einzellagen (Projekt Gewerbegebiete)

Mit diesem Projekt werden vorrangig Gewerbebiete und gewerbliche Einzellagen mit einem symmetrischen Glasfaseranschluss ausgebaut. Insgesamt können rund 1.600 Adressen im Landkreis einen Glasfaseranschluss bekommen, davon rund 550 geförderte Gewerbeadressen. Die Fertigstellung dieser Förderadressen ist 2021 vorgesehen. Adressen, die sich am Trassenverlauf befinden, können anschließend voraussichtlich ab 2022 einen Anschluss erhalten.

Projektverantwortlich ist die inexio Informationstechnologie und Telekommunikation GmbH aus Saarlouis. Den Netzbetrieb übernimmt nach baulicher Fertigstellung die EWE TEL GmbH aus Oldenburg.

Die Investitionslücke für dieses Projekt wurde mit 2,9 Mio. EUR identifiziert. Für dieses Ausbauprojekt werden Fördermittel vom Bund sowie Mittel vom Landkreis Cloppenburg und den Gemeinden und Städten eingesetzt.


 

Fertiggestelltes Ausbauprojekt 2018-2020: Privathaushalte und Schulen (Projekt NGA 1)

Router

Im Rahmen dieses Ausbauprojekts haben bis Juni 2020 mehr als 4.500 Haushalte sowie 63 Schulen in allen 13 Städten und Gemeinden im Kreisgebiet einen kostenlosen Breitbandanschluss erhalten. Davon bekamen ca. 2.200 Haushalte einen Glasfaseranschluss (FTTH) und ca. 2.300 Haushalte einen VDSL-Anschluss (FTTC). Glasfaserdirektanschlüsse und VDSL-Anschlüsse unterscheiden sich vor allem in der Datenübertragungsrate: Mit Glasfaserdirektanschlüssen ist der Internetgeschwindigkeit praktisch unbegrenzt. Der Kunde kann über seinen Internetvertrag quasi jede gewünschte Breitbandversorgung erhalten. Diese Anschlüsse bieten sehr hohe Bandbreiten im Gigabitbereich, da komplett auf leistungsdämpfende Kupferkabel verzichtet wird. Bei VDSL-Anschlüssen bleibt das Kupferkabel – die letzte Meile – zwischen Haus und Technikschrank (Kabelverzweiger) erhalten. Diese Ausbauvariante wird auch als Vectoring-Ausbau bezeichnet und ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s.

Startschuss für dieses Projekt NGA 1 mit etwa 275 Kilometern Tiefbau und einem Investitionsvolumen von rund 16 Millionen Euro war im März 2018. Das zugrundeliegende Markterkundungsverfahren erfolgte in 2016. Durch den Landkreis Cloppenburg beantragte Fördermittel in Höhe von etwa 9 Millionen Euro stammten dabei vom Bund, dem Land Niedersachsen sowie dem Landkreis Cloppenburg und den Städten und Gemeinden. Den Auftrag für den Ausbau erhielt nach Ausschreibung die EWE TEL GmbH.


 

Geplante Ausbaugebiete ab 2021 (Projekt NGA 2)

Glasfaserkabel

Im Rahmen dieses geförderten Ausbauprojektes sind durch ein Markterkundungsverfahren im Sommer 2018 Adressen mit einer Internetgeschwindigkeit von weniger als 30 Mbit/s (Vorgabe des Bundes) ermittelt und mit der jeweiligen Kommune als Ausbaugebiete festgelegt worden. Der Landkreis hat erfolgreich Bundes- und Landesfördermittel in Höhe von rund 57 Mio. EUR dafür beantragt. Die fehlenden Finanzmittel von rund 42 Mio. € tragen Landkreis und kreisangehörige Städte und Gemeinde je zur Hälfte.

Mit diesem Ausbauprojekt werden 20 Gewerbegebiete und ca. 6.000 Adressen mit Glasfaser erschlossen. 

Den Auftrag zum Bau und Betrieb des Netzes hat nach europaweiter Ausschreibung im Dezember 2020 die EWE TEL GmbH erhalten.

Es sind Tiefbauarbeiten von über 1.000 Kilometer Länge erforderlich. Das Projekt hat daher eine Laufzeit bis Ende 2024.

 


 

Verfügbarkeiten und alternative Möglichkeiten der Breitbandversorgung

Unabhängig vom beschriebenen geförderten kommunalen Breitbandausbau sollten sich Bürger immer vorrangig an die Telekommunikationsunternehmen selbst wenden, um die Möglichkeiten der Internetversorgung an einer konkreten Adresse verlässlich zu ermitteln. Die TKU stellen auf ihren Internetseiten adressgenaue Verfügbarkeits-Checks zur Breitbandversorgung bereit. Auch die telefonischen Servicenummern geben Auskunft.

Neben der Erschließung mit Kabeln (Glasfaser, Kupfer) besteht die Möglichkeit, Internetdienste über Mobilfunkverbindungen oder Kopplung von Festnetztelefon und Mobilfunk (Hybrid-Tarife) zu bekommen. Sollte dies technisch nicht möglich sein, besteht die Option, eine Internetverbindung über Satellitentechnikanbieter zu erhalten. Auch Internet per Richtfunk kann, je nach Verfügbarkeit, eine Alternative darstellen. Zudem gibt es insbesondere in Ortskernen die Möglichkeit, Internet über das ehemalige Kabelfernsehnetz zu erhalten. Ob diese Möglichkeiten an der gewünschten Adresse bestehen, muss bei den Anbietern direkt erfragt werden.

Antenne

 

Zwischenfazit zum Breitbandausbau

Nach Abschluss aller obigen Projekte werden rund 26.500 Adressen und damit knapp die Hälfte aller ca. 57.000 Adressen im Landkreis durch geförderten Ausbau über eine zeitgemäße Breitbandversorgung verfügen. Hinzu kommen die durch die Telekommunikationsunternehmen eigenwirtschaftlich ausgebauten Adressen.

Der Landkreis Cloppenburg wird dann insgesamt über 25 Mio. EUR an Eigenmitteln für den Breitbandausbau zur Verfügung gestellt haben. Die Städte und Gemeinden haben dann ebenfalls rund 25 Mio.EUR in die Förderung des schnellen Internets investiert.

Logos Breitbandausbau

 

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