Tierhaltung & Ernährung

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Sandra Brinkmann
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MKS (Maul- und Klauenseuche)

Schnellzugriffe

(MKS: auch Foot-and-mouth disease, FMD)
Akute, hochansteckende Viruserkrankung der Paarzeher. Charakteristisch sind Aphthen (Blasen) und Erosionen im Bereich der Maul- und Nasenschleimhaut sowie am Kronsaum.

Verbreitung:
Weltweite Verbreitung, mit Ausnahme von Nordamerika, Australien, Neuseeland, Japan und Teilen Westeuropas. In weiten Teilen der Welt kommt die Krankheit endemisch und mit hoher Prävalenz vor. Je nach Region dominieren bestimmte Serotypen. In Österreich trat die MKS zum letzten Mal 1981, in der Schweiz 1980 auf. Letzte Ausbrüche in der Europäischen Union: BRD (1988 nordöstlich von Hannover), Italien (1994), Griechenland (1995, 1996, Juli 2000 in der Provinz Evros, Februar 2001 in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden). Nach den Ausbrüchen in Griechenland von 1996 trat MKS auch in Albanien auf, außerdem im Kaukasus und Nordafrika (dem Virus scheint es gelungen zu sein, die Sahara zu überwinden, welche bisher als natürliche Barriere angesehen wurde).

Empfängliche Tierarten:
Rind, Schwein, Schaf, Ziege, Rot-, Reh-, Dam- und Schalenwild (sämtliche Paarzeher).

Erreger:
Familie Picornaviridae, Genus Aphthovirus. Serotypen O (vom französischen Departement Oise), A (von "Allemagne" = Deutschland), C, Asia 1, SAT 1 - 3 (Southern African Territories), jeweils mit vielen Untertypen ohne Kreuzimmunität. In Europa sind bisher nur die Typen O, A und C nachgewiesen worden.

Das MKS Virus weist eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Austrocknung, Kälte und hohe Salz-konzentrationen auf. In Rohmilch und ungenügend erhitzten Milchprodukten, Gefrier- oder Pökelfleisch (Schwein) bleibt das Virus monatelang infektiös, in Stallschmutz, Mist und Jauche bis zu zwei Wochen. Rasche Inaktivierung erfolgt bei pH kleiner 6,0 und Temperaturen größer 50 °C.

Epidemiologie:
Bereits während der Inkubationsperiode erfolgt die Virusausscheidung. Die Übertragung erfolgt durch direkten und indirekten Kontakt. Alle Sekrete und Exkrete sind virushaltig. Das MKS Virus kann in Aerosolen lange überleben und über weite Distanzen verteilt werden (kaltnasses Klima, Wind). Indirekte Übertragung ist durch kontaminierte Geräte, Transportfahrzeuge, Personen und Aufnahme von virushaltigen Fleischabfällen / Milchprodukten (Schwein) möglich.

Meist ist die ganze Herde betroffen, die Sterblichkeit liegt bei erwachsenen Tieren bei 5 %, bei Kälbern und Lämmern aber bei bis zu 75 %. Nach überstandener Krankheit können Tiere längere Zeit (kleiner 2 Jahre) Virusträger bleiben, was vor allem bei importierten Wildwiederkäuern zu beachten ist.

Wirtschaftliche Verluste entstehen weniger aufgrund von Todesfällen, sondern wegen langanhaltender Leistungsdepression und der Kosten der Bekämpfungsmaßnahmen.

Der Mensch kann sich ebenfalls infizieren (über Wunden, Milchkonsum), zeigt aber nur milde Symptome, die nicht wirklich ein Problem darstellen.

Pathogenese:
Erster Infektions- und Vermehrungsort ist der Nasen- Rachenraum.. Danach erscheint das Virus in Blut, Milch und Speichel, bevor die typischen Schleimhautveränderungen auftreten.

Klinik:

  • Rind
    Die Inkubationszeit beträgt 2 - 7 Tage. Das erste Krankheitssymptom ist Fieber (1 - 2 Tage). Die Tiere beginnen vermehrt zu speicheln. Speichel tritt aus der Mundspalte aus. Schmatzgeräusche sind hörbar. An der Innenfläche der Lippen, am Zahnfleisch, am zahnlosen Rand des Oberkiefers sowie am Zungenrücken, Zungengrund und an den Zungenrändern erscheinen flüssigkeitsgefüllte Blasen. Nach einem kleinen Primäraffekt vergrößern sich die Blasen und gleichzeitig entwickeln sich Blasen an den Klauen und Zitzen. Wegen der Schmerzen an den Füßen kommt es zu Trippeln und zuckendem Anheben der Füße. Es gibt auch besonders bösartige Verlaufsformen mit Myokarditis und akutem Herzversagen, besonders bei Kälbern, die dann plötzlich verenden können, ohne die typischen Läsionen entwickelt zu haben.
  • Ziege und Schaf
    Die Inkubationszeit beträgt 1 - 6 Tage. Die Entzündungserscheinungen auf der Mundschleimhaut sind weniger ausgeprägt. Bei Ziegen kommen oft nur kleine, rasch platzende Blasen vor. Häufig sind die Symptome an den Klauen nur schwach ausgeprägt oder subklinisch. Die Tiere gehen manchmal lahm oder verweigern das Aufstehen. Bei verschiedenen Virusstämmen ist das Seuchengeschehen symptomlos. Erst Virusindikatoren wie Rinder machen die Virusanwesenheit sichtbar.
  • Schwein
    Die Inkubationszeit beträgt 2 - 12 Tage. Es sind vorwiegend die Klauen, die Rüsselscheibe, seltener die Maulschleimhaut befallen. Saugferkel verenden jedoch plötzlich ohne Krankheitserscheinungen. Am Gesäuge der Sau treten Blasen oder geplatzte Blasen mit blutigem Grund auf. Größere Schweine stehen nicht auf oder zeigen Schmerzen beim Aufstehen und gehen lahm. Bei genauer Untersuchung sind Blasen am Kronrand und Zwischenklauenspalt sichtbar.

Diagnose:
Verdachtsdiagnose bei Auftreten von Aphthen (Blasen) an Flotzmaul, Zunge, Maulschleimhaut oder Kronsaum, meist bei mehreren Tieren einer Herde gleichzeitig. Typisch ist das Loslösen des Epithels, verbunden mit erheblichem Gewebeverlust. Im ausgeprägten Stadium ist die Krankheit klinisch mit hinreichender Sicherheit zu erkennen. Die Bestätigung der Verdachtsdiagnose hat durch Laboruntersuchungen (Antigennachweis mittels ELISA; Antikörpernachweis mittels ELISA, KBR, SN) zu erfolgen.

Bekämpfungsmaßnahmen:

  • Anzeigepflicht!

 

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pdf Merkblatt MKS
Wie kann der Landwirt Maul- und Klauenseuche (MKS) vorbeugen?
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pdf Eigenbau mobile Desinfektionsanlage (1)
Bauanleitung Holzkonstruktion Desinfektionsanlage (1 Seite)
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pdf Eigenbau mobile Desinfektionsanlage (2)
Bauanleitung Fahrzeug-Desinfektionsanlage (2). (Detail-)Fotos der Fahrzeugdesinfektionsanlage (2 Seite)
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pdf Tierseuchenverdachtsmeldung
Anmeldung eines Tierseuchenverdachtsfalls.
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