Tierhaltung & Ernährung

Hier finden Sie alles zu den Themen Veterinärangelegenheiten, Tierhaltung, Tiergesundheit, Tierschutz, Fleischhygiene, Lebensmittelüberwachung, Rückstandskontrollen und Verbraucherschutz sowie bei Bedarf Informationen zu aktuellen Veterinärangelegenheiten (z. B. bei Ausbruch einer Tierseuche) ...

Sandra Brinkmann
Tel: 04471/15-226
Fax: 04471/15430
Raum: 1.007

Kreishaus
Eschstraße 29
49661 Cloppenburg

Telefon: 04471 / 15-0

montags - freitags:
08.30 Uhr bis 12.30 Uhr
und nach Vereinbarung

KSP (Klassische Schweinepest)

Schnellzugriffe

Vorkommen und Bedeutung:
Die Klassische Schweinepest (KSP) classical swine fever (CSF) - auch europäische Schweinepest - ist eine perakut bis chronisch verlaufende, hochansteckende, fieberhafte Viruserkrankung und auf Haus- und Wildschweine beschränkt. Sie kommt weltweit vor und bereitet gerade in Gebieten mit intensiver Schweinehaltung und entsprechend hoher Schweinedichte mit freizügigem Tierverkehr zwischen einzelnen Bundesländern und zwischen den Mitgliedstaaten der EU besondere Probleme bei der Bekämpfung. Ein weiteres Problem stellen infizierte Wildschweinepopulationen in der Nähe zu Hausschweinebeständen dar. Die Weiterverbreitung des Erregers in hiesigen Breitengraden wird durch mangelhafte Reinigung der Transportfahrzeuge und durch eingeschränkte Wirksamkeit bzw. Wirkungslosigkeit von Desinfektionsmitteln bei Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt gefördert. (Schwerpunkt der Ausbrüche in Niedersachsen im Winter 1993/94, 1994/95; in den Niederlanden im Winter 1997). Sie hat in all diesen Fällen zu immensen wirtschaftlichen Schäden geführt.

Das Virus der Klassischen Schweinepest (CSFV = classical swine fever virus) ist ein behülltes Virus (Familie Togaviridae). Es kann sehr stark zwischen wenig bis hoch ansteckend schwanken.Es ist eng verwandt mit dem Erreger der Bovinen Virusdiarrhoe (BVD/MD) und zu Boarder Disease der Schafe (BD). Dadurch kann es zu serologischen Kreuzreaktionen bei Schweinen kommen und es müssen weitere Laboruntersuchungen folgen, um die Krankheit sicher zu diagnostizieren. Das Virus ist gegen die verschiedensten Umwelteinflüsse sehr resistent. Kälte konserviert das Virus. In gefrorenem Fleisch und Organen bleibt der Erreger monate- bis jahrelang infektiös. Ebenso übersteht es Kühlschranktemperaturen einige Wochen. Durch Hitze wird der Erreger relativ schnell inaktiviert, ebenso durch PH-Werte unter 3,0 und über 12. In Pökelfleisch, gesalzenen Därmen und Räucherfleisch kann sich das Virus monatelang bis zu ca. 3 Jahren halten. Durch Kochen wird es aber sicher abgetötet.

In getrockneten Körperflüssigkeiten und Exkrementen bleibt es bis zu 40 Tage infektiös. Dung läßt sich durch Selbsterhitzung in 8 bis 14 Tagen entseuchen bei Temperaturen von über 60° C in der Dungpackung. In der Gülle kann das Virus noch mehrere Wochen infektiös bleiben.

Übertragung:
Hauptüberträger sind virusausscheidende Schweine sowie virushaltige Speise- und Schlachtabfälle. Die Virusausscheidung mit Harn und Speichel und durch Nasen-, Rachen- und Augensekret kann bereits einen Tag nach der Infektion beginnen. Diese hält bis zum Tod des Tieres an und kann bei chronisch Erkrankten über Monate andauern. Die natürliche Infektion erfolgt in der Regel durch die Futteraufnahme. Das Virus kann aber auch durch den Deckakt übertragen werden.

Durch Vektoren wie Transportfahrzeuge, Stallgerätschaften, Futter, Einstreu sowie tierärztliches Instrumentarium ist ebenfalls eine Übertragung möglich. Häufigste Einschleppungsursache ist der direkte Kontakt zwischen infizierten und nicht infizierten Tieren. Der Handel und das Umsetzen von Schweinen spielen dabei die wichtigste Rolle. In diesem Zusammenhang erweisen sich inapparent, latent, chronisch und atypisch erkrankte Schweine als äußerst gefährlich. Dies gilt ebenfalls für Schweine, die eine Infektion überstanden haben und weiterhin Virusträger sind, sowie für lebend geborene Ferkel infizierter Sauen, wenn sie durch die Kolostralmilch Antikörper aufgenommen haben. Solche Ferkel erkranken inapparent und sind über einen längeren Zeitraum Virusträger.

Eine besondere Bedeutung für die Verbreitung der Schweinepest hat neben dem Tierhandel das unerlaubte Verfüttern von Speiseresten. Deshalb dürfen auch die Speisereste aus der eigenen Küche nicht an Schweine verfüttert werden.

Eine weitere besondere Gefährdung besteht durch nicht untersuchtes, erlegtes Schwarzwild, das im eigenen Betrieb aus der Decke geschlagen wird. Dies gilt vor allem für Jäger, die in Wildschweinepest gefährdeten Bezirken die Jagd ausüben und das erlegte Wild im eigenen Haushalt verarbeiten.

Klinik:
Die Schweinepest ist in jedem Fall eine septikämische Erkrankung mit einer Vielfalt von Symptomen und Verlaufsformen. Dies ist abhängig von vielen Faktoren, die sowohl den Wirt - Reaktions- und Immunitätslage - als auch den Erreger - Pathogenität und Virulenz - betreffen. Besonders bei der chronischen Verlaufsform kann die typische Klinik der KSP durch Infektionen mit anderen Erregern verwischt oder kompliziert werden.

Der typische Seuchenverlauf beginnt auch in größeren Beständen mit Einzelerkrankungen und wird vorwiegend durch Kontakt von Tier zu Tier übertragen. Massenerkrankungen treten erst nach der Viruspassage im Bestand auf. Unter dieser Prämisse muß davon ausgegangen werden, dass bei klinisch eindeutiger Symptomatik die Infektion möglicherweise schon länger als die übliche Inkubationszeit von 2 bis 9 Tagen im Bestand besteht. Häufig verenden im akuten Stadium vor allem Schweine in gutem Ernährungs- und Gesundheitszustand. Erstes Anzeichen der Seuche ist aber meist eine allgemein erhöhte Sterblichkeit von der zunächst Ferkel, danach Läufer und im weiteren Verlauf erst die Alttiere betroffen sind. Leichte Anstiege der Sterblichkeit sind in der Regel nur durch eine wöchentliche Summation der verendeten Tiere feststellbar.

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 2 bis 9 Tage, bei schwach virulenten Stämmen kann sie bis zu drei Wochen und mehr betragen. Etwa am zweiten bis dritten Tag kommt es noch vor Einsetzen der klinischen Veränderungen zu einem Temperaturanstieg bis etwa 41,5° C. In perakuten Fällen sterben plötzlich einzelne Tiere, während der Rest des Bestandes gesund erscheint. Die ersten sichtbaren Zeichen des Krankheitsgeschehens sind verminderte Futteraufnahme, große Hinfälligkeit, Schwanken der Nachhand oder gekreuzte Hinterbeine im Stehen. Frühzeitig tritt auch eine Lidbindehautentzündung mit Tränenfluß und Verklebungen an den geschwollenen Lidrändern auf. Auf der Haut findet man gerötete Flecken, die sich zu blauroten Verfärbungen insbesondere an Ohren, Gliedmaßen und Schwanz entwickeln. Anfangs können die Tiere auch Verstopfung, die aber oft rasch in Durchfall übergeht, zeigen.

Im akuten Stadium der Seuche verenden erkrankte Schweine innerhalb der ersten 2 Wochen. Danach spricht man vom chronischen Verlauf der Erkrankung, welcher mit leichteren Krankheitserscheinungen einhergeht. Infektionen mit weiteren Krankheitserregern, besonders des Respirations- und des Digestionstraktes, beherrschen das klinische Bild. In chronisch verseuchten Betrieben kommt es zu Aborten und Sterilität der Sauen. Dieses Bild dürfte eigentlich bei den heutigen Erkenntnissen über Verlauf und Reglementierung der Seuche nicht mehr anzutreffen sein.

Die atypische Verlaufsform der Schweinepest geht mit milden, länger anhaltenden Krankheitserscheinungen einher. Morbidität und Mortalität sind gering. Es erkranken hauptsächlich Ferkel und Läufer, die dann in ihrer Entwicklung zurückbleiben (Kümmerer). Die Inkubationszeit ist auf 3 Wochen und mehr verlängert. Wegen der fehlenden typischen klinischen, pathologisch-anatomischen und histologischen Schweinepestmerkmale ist die klinische Diagnostik der atypischen Verlaufsform schwierig. Deshalb sollten in unklaren Fällen immer auch Proben für die Labordiagnostik entnommen werden.

Pathologische Anatomie:
Im Anfangsstadium des Krankheitsgeschehens sind typische Veränderungen selten. Die akute Schweinepest ist im wesentlichen geprägt durch eine hämorrhagische Septikämie mit kleinen Blutungen (Petechien) in der Haut, die durch Brühen des Tierkörpers noch deutlicher hervortreten. Weitere Blutpunkte finden sich in den Nieren, in allen Lymphknoten, in der Harnblase, im Kehlkopf und in der Magenschleimhaut. Im Dick- und Blinddarm entstehen linsengroße Geschwürbildungen, die sogenannten Boutons. Pathognostisch sind ebenfalls die Milzrandinfarkte, die etwa 5 Tage nach der Infektion auftreten.

Zur Sicherung der Diagnose müssen klinische, pathologisch-anatomische und labordiagnostische Untersuchungen herangezogen werden, da keine Methode für sich allein eine absolute Sicherheit bietet.

Der Erstausbruch der Schweinepest kann nur durch eine virologische Untersuchung (Virus- oder Antigennachweis) festgestellt werden.

Bekämpfungsmaßnahmen:

  • Anzeigepflicht!

 


 

Downloads

Dateityp Datei Dateigröße Download
pdf Anzeige einer Schweinehaltung
Formular zur Anzeige einer Schweinehaltung ...
97 KB Download
pdf Bestandsregister Schweine
Formular zum Anlegen eines Bestandsregisters Schweine
22 KB Download
pdf Betriebseigene Kontrollen Schweine
Checkliste für Betriebseigene Kontrollen Schweine
14 KB Download
pdf Diagnose-Handbuch KSP
Diagnose-Handbuch zur Tierseuche Klassische Schweinepest
221 KB Download
pdf Hygiene in der Schweinehaltung
Hygienevorschriften für die Haltung von Schweinen in Stallhaltung
27 KB Download
pdf Merkblatt Schweine
Biosicherheitsmaßnahmen in schweinehaltenden Betrieben
17 KB Download
pdf Merkblatt Schweinehandel
Biosicherheitsmaßnahmen beim Handel mit Schweinen
16 KB Download
pdf Merkblatt Transport von Schlachtschweinen
Merkblatt für den Transport von Schlachtschweinen, Biosicherheitsmaßnahmen auf dem Schlachthof
14 KB Download