Tierhaltung & Ernährung

Hier finden Sie alles zu den Themen Veterinärangelegenheiten, Tierhaltung, Tiergesundheit, Tierschutz, Fleischhygiene, Lebensmittelüberwachung, Rückstandskontrollen und Verbraucherschutz sowie bei Bedarf Informationen zu aktuellen Veterinärangelegenheiten (z. B. bei Ausbruch einer Tierseuche) ...

Sandra Brinkmann
Tel: 04471/15-226
Fax: 04471/15430
Raum: 1.007

Kreishaus
Eschstraße 29
49661 Cloppenburg

Telefon: 04471 / 15-0

montags - freitags:
08.30 Uhr bis 12.30 Uhr
und nach Vereinbarung

Amtliche Schlachttier- & Fleischuntersuchung

Planung, Organisation und wichtige Zahlen

Die Organisation und Durchführung der Schlachttier- und Fleischuntersuchung obliegt den Landkreisen als zuständiger Lebensmittel - Überwachungsbehörde. Neben der personellen Organisation (Besetzung des Fleischuntersuchungsbandes mit amtlichen Tierärzten und Fachassistenten; Ausbildung von Fachassistenten) obliegt dem Veterinäramt auch die Durchführung der Schlachttier- und Fleischuntersuchung.

Im Landkreis Cloppenburg befinden sich 12 Schlachtbetriebe, 9 Zerlegebetriebe und 2 Gefrierlager mit EG - Zulassung, die unter ständiger Überwachung durch amtliche Tierärzte stehen. Die Besuchsfrequenz der Betriebe wird in einem bundeseinheitlichen risikoorientierten Bewertungssystem festgelegt.

 

Betriebe mit EG - Zulassung
Schlachtbetriebe Zerlegebetriebe Verarbeitungsbetriebe Gefrierhäuser
12 9 6 2

 
Wie bedeutend die Fleischwirtschaft und die vor- / nachgelagerten Wirtschaftszweige im Landkreis Cloppenburg sind, sollen die Schlachtzahlen aus dem Jahr 2012 verdeutlichen.

Schlachtzahlen 2016
Schweine Kälber/Rinder Puten Legehennen Enten Gänse
9,5 Millionen

133.000 Kälber
  22.000 Rinder

6,6 Millionen 713.000 110.000 67.000

 

Damit ist der Landkreis Cloppenburg innerhalb der Bundesrepublik das schlachtintensivste Gebiet. In den Zerlegebetrieben wurden 2016 490.426 Tonnen Rotfleisch und 11.848 Tonnen Weißfleisch zerlegt. Zudem wurden im Jahr 2016 4.396 Schlachtgeflügeluntersuchungen in Erzeugerbetrieben durchgeführt.

Die vorgeschriebenen Kontrollen vor, während und nach der Schlachtung und die jährlich steigende Zahl an Schlachtungen und Schlachttieruntersuchungen bringen einen hohen Personalaufwand mit sich. Insgesamt arbeiten in den Schlachtbetrieben des Landkreises 72 amtliche Tierärzte und 173 amtliche Fachassistenten, die beim Landkreis Cloppenburg angestellt sind, um unabhängig ihre Aufgaben zu erledigen. 4 weitere Tierärzte sind beim Veterinäramt für zentrale / betriebsübergreifende Überwachungsaufgaben zuständig.


 

Amtlichen Untersuchungen

Tiere, deren Fleisch für die menschliche Ernährung verwendet werden soll, unterliegen vor und nach der Schlachtung einer amtlichen Untersuchung (sogenannte Schlachttier- und Fleischuntersuchung). Die Untersuchungspflicht bezieht sich auf Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, andere Paarhufer, Pferde, andere Einhufer, Kaninchen, Geflügel und in Gattern gehaltenes Haarwild. Für die Durchführung der Schlachttier- und Fleischuntersuchung werden auf Grund der VO/EG/882/2004 in Verbindung mit der Gebührenordnung für Veterinärverwaltung Gebühren nach dem Gebührenverzeichnis des Landkreises Cloppenburg erhoben. Das Gebührenverzeichnis für die Schlachttier- und Fleischuntersuchung finden Sie in unserem Downloadbereich am Ende der Seite.


 

Schlachttieruntersuchung

Die Schlachttieruntersuchung ist die Untersuchung der lebenden Tiere bei der Anlieferung am Schlachthof bzw. der Untersuchung des Schlachtgeflügels im Erzeugerbetrieb. Bei dieser amtlichen Untersuchung wird unter anderem auf sichtbare Anzeichen von Krankheiten geachtet, durch die eine Gefahr für den Menschen oder für Tiere ausgehen könnte (Zoonosen und Tierseuchen). Neben den tierseuchenrechtlichen Aspekten werden auch tierschutzrechtliche Belange kontrolliert. Hierzu zählen die Überwachung der Einhaltung der Tierschutztransport- und Tierschutzschlachtverordnung. Hier sind u.a. die Kontrolle der Beladungsdichte, das Abtrennen von Tieren oder Tiergruppen, die Art des Treibens eines Tieres , Anforderungen an den Stall und Bestimmungen zum tierschutzgerechten Betäuben und Entbluten zu nennen. Die korrekte Kennzeichnung der Schlachttiere (z.B. Schlagstempel, Ohrmarke etc) wird ebenfalls vom Tierarzt während der Schlachttieruntersuchung geprüft. Weiterhin wird der Zustand und die Sauberkeit der Transportfahrzeuge kontrolliert, sowie das ordnungsgemäße Reinigen und Desinfizieren nach dem Abladen. Dies beugt der Verschleppung von Krankheits- und Tierseuchenerregern vor (Einhaltung der Viehverkehrsverordnung).

Des weiteren wird die sog. Lebensmittelketteninformation gemäß VO/EG854/2004 abgeprüft, bevor die Schlachterlaubnis erteilt oder ggf. versagt wird.


 

Fleischuntersuchung

Bei der Fleischuntersuchung wird der Schlachtkörper und dessen Nebenprodukte auf die Genusstauglichkeit für den Menschen hin untersucht und beurteilt. Diese Tätigkeit wird von amtlichen Tierärzten und amtlichen Fachassistenten unter der Aufsicht des Tierarztes durchgeführt. Nach Abschluss der Untersuchung des Tierkörpers und der Organe wird dieser mit dem Genusstauglichkeitskennzeichen versehen. Das Genusstauglichkeitskennzeichen ist die amtliche Bezeichnung für ein EU-einheitliches Symbol, das auf amtlich geprüfte Schlachtkörper gestempelt wird. Es beinhaltet das Kennzeichen für "EG", den Mitgliedsstaat, für das Bundesland und die Betriebsnummer des Schlachtbetriebs (z.B. EG DE NI 12345). Der amtliche Tierarzt hat insbesondere dafür Sorge zu tragen, dass das Genusstauglichkeitskennzeichen nur an Fleisch angebracht wird, die der Schlachttier- und Fleischuntersuchung unterzogen wurden. Der Genusstauglichkeitsstempel ist das äußere Kennzeichen dafür, dass das Fleisch verkehrsfähig ist und der Lebensmittelgewinnung zugeführt werden darf. Gründe die zur Untauglichkeitsbeurteilung führen, sind z.B. Parasitenbefall, krankhafte Veränderungen, Abweichungen in der Konsistenz, unzureichende Ausblutung, Abmagerung etc.. Untauglich beurteiltes Fleisch wird unter amtlicher Aufsicht unschädlich beseitigt.

Auch die Untersuchung auf Trichinen beim Schwein und die Durchführung von Untersuchungen auf BSE (bei Rindern über 96 Monate) sowie die Überwachung der ordnungsgemäßen Entsorgung tierischer Nebenprodukte incl. der sogenannten Risikomaterialien (SRM) in Schlacht- und Zerlegungsbetrieben gehört zu den Aufgaben der amtl. Überwachung im Schlacht- und Zerlegebetrieben.

Neben den wichtigen Untersuchungsbefunden am lebenden Tier werden auch die Befunde des geschlachteten Tieres vom amtlichen Tierarzt erfasst und stehen anschließend dem Schlachtbetrieb und somit auch dem landwirtschaftlichen Erzeugerbetrieb zur Verfügung.

Durch die Trichinenuntersuchung aller geschlachteter Schweine, Pferde und Wildschweine soll sichergestellt werden, dass ein für den Menschen gefährlicher Parasit nicht im Fleisch enthalten ist. Ansonsten könnte dieser Parasit durch Verzehr des Fleisches auf den Menschen übertragen werden. Schweine (auch Wildschweine) und andere Tiere, die Träger von Trichinen sein können, unterliegen deshalb der amtlichen Trichinenuntersuchung. Wildschweine und Schweine aus Hausschlachtungen müssen bei dem für den Fleischuntersuchungslandbezirk zuständigen amtlichen Tierarzt oder amtlichen Fachassistenten zur Trichinenuntersuchung angemeldet werden.


 

Rückstandsuntersuchung

Gemäß §10 der Tierische Lebensmittel-Überwachungsverordnung, werden bei 0,5% aller Schlachttiere Stichprobenuntersuchungen (Rückstandsuntersuchungen) durchgeführt. Dies dient der Aufdeckung einer ggf. illegalen Anwendung verbotener bzw. nicht zugelassener Stoffe und der Überwachung des vorschriftsmäßigen Einsatzes von zugelassenen Arzneimitteln sowie zur Erfassung einer möglichen Belastung mit verschiedenen Umweltkontaminanten. Die Rückstandsuntersuchungen im Landkreis Cloppenburg im Jahr 2012 zeigten eine geringe Anzahl beanstandeter Proben: Diese lag im Bereich von 0,0004 Prozent. Hierbei wurden vorwiegend zulässige Rückstandshöchstwerte für Antibiotika überschritten.


 

Untersuchungen bei Wildfleisch und Haus- und Notschlachtungen

Wildfleisch
Haarwild, das in freier Wildbahn erlegt wurde, muss zur Fleischuntersuchung angemeldet werden, wenn es in den gewerblichen Verkehr gebracht wird. Dies gilt nicht für Wild oder Wildfleisch zum eigenen häuslichen Gebrauch, zur direkten Abgabe kleiner Mengen (Jagdstrecke eines Tages) direkt an den Endverbraucher sowie für kleinere Mengen an örtliche Einzelhandelsunternehmer zur direkten Abgabe an den Endverbraucher. Diese Ausnahmen treffen nur zu wenn keine gesundheitlich bedenklichen Merkmale am Tier oder Fleisch festgestellt werden.

Hausschlachtungen
Hausschlachtungen von als Haustiere gehaltene Huftiere (Rind, Schwein, Schaf, Ziege und Pferd) unterliegen generell einer Untersuchungspflicht. Nach der Schlachttier- und Fleischuntersuchung darf das Fleisch ausschließlich im eigenen Haushalt des Besitzers verwendet werden. Die Anmeldung muss bei dem für den Schlachtort / Hausschlachtbezirk zuständigen amtlichen Fleischuntersuchungspersonal erfolgen. Die Hausschlachtbezirke finden Sie im Downloadbereich am Ende der Seite unter Fleischuntersuchungslandbezirke.

Notschlachtungen
Auch die Überwachung der Schlachtbetriebe mit mobilen Schlachteinheiten zum Zweck der Notschlachtung (hierbei handelt es sich um die Schlachtung frisch verletzter Tiere, z.B. mit Beinbrüchen) gehört zu den Aufgaben der amtlichen Tierärzte. Hierbei werden die Befunde aus der Schlachttieruntersuchung (incl. Begleitschein für eine außerhalb eines Schlachthofes erfolgte Notschlachtung eines frisch verletzten Tieres) und der Fleischuntersuchung abgeglichen und auf ihre Plausibilität geprüft.


 

Downloads

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pdf Anmeldung von Schlachtgeflügelexporten
Anmeldeformular für den Export von Schlachtgeflügel
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pdf Anmeldung zur Lebenduntersuchung Weißfleisch
Anmeldung zur Lebenduntersuchung Weißfleisch - Schlachtung im Inland
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pdf Auftrag zur Entnahme von Salmonellenproben
Vordruck eines Auftragsformulars für die Entnahme von Salmonellenproben
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pdf Begleitschein Notschlachtung (mobil)
Begleitschein zu einer Notschlachtung eines frisch verletzten Tieres nach Anhang III Abschnitt I Kapitel IV Nr. 2c der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 in einer mobilen Schlachteinheit, die als Teil eines Schlachthofes zugelassen ist
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pdf Begleitschein Notschlachtung
Begleitschein zu einer außerhalb eines Schlachthofes erfolgten Notschlachtung eines frisch verletzten Tieres nach Anhang III Abschnitt I Kapitel VI der Verordnung (EG) Nr. 853/2004.
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pdf Erhebungsbogen Schlachtgeflügeluntersuchung
Erhebungsbogen zur Anmeldung von Schlachtgeflügeluntersuchungen
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pdf Fleischuntersuchungslandbezirke Hausschlachtungen Trichinenuntersuchung
Sämtliche Hausschlachtungstiere (Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen usw.) sowie Haarwild wie Wildschweine, Damwild usw. aus Gattergehegen unterliegen der Schlachttier- und Fleischuntersuchung. Hier finden Sie die Fleischuntersuchungslandbezirke und die dazugehörigen Ansprechpartner im Landkreis Cloppenburg.
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