Jugend & Familie

Hier finden Sie Informationen zu den Themen Kinder, Jugend und Familie, Frauen und Kreisjugendpflege im Landkreis Cloppenburg ...

Margarethe Bullermann
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Kreishaus
Eschstraße 29
49661 Cloppenburg

Telefon: 04471 / 15-0

montags - freitags:
08.30 Uhr bis 12.30 Uhr
und nach Vereinbarung

Kindschafts- & Unterhaltsrecht

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes stehen Ihnen gerne für Informationen zum Kindschafts- und Unterhaltsrecht sowie für persönliche Gespräche zur Verfügung. Außerdem können Sie beim Jugendamt ausführliche Broschüren über das Kindschaftsrecht erhalten.

Für Kinder nicht miteinander verheirateter Mütter und Väter gelten grundsätzlich dieselben Rechte wie für Kinder verheirateter Eltern. Es gibt jedoch einige Besonderheiten.


 

Abstammung und Vaterschaftsanerkennung

Wenn Sie verheiratet sind und ein Kind bekommen, gilt der Ehemann als Vater des Kindes. Sind Sie unverheiratet, ist die Vaterschaft durch den Vater zu dem Kind anzuerkennen. Damit diese gültig wird, muss die Mutter der Vaterschaftsanerkennung zustimmen. Die Anerkennung der Vaterschaft und die Zustimmung der Kindesmutter können bei jedem Jugendamt, beim Standesamt, Amtsgericht oder auch – kostenpflichtig - beim Notar abgegeben werden. Vater und Mutter sollten einen Lichtbildausweis mitbringen. Die Eltern können zusammen oder getrennt vorsprechen. Die Vaterschaft kann auch schon vor der Geburt anerkannt werden, damit sie bereits bei der Beurkundung der Geburt in der Geburtsurkunde eingetragen wird.

Für ein Kind ist es wichtig zu wissen, wer seine Eltern sind. Neben der psychologischen Bedeutung gibt es auch eine juristische. Die Anerkennung der Vaterschaft bewirkt in rechtlicher Hinsicht verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Vater und Kind mit entsprechenden unterhalts-, krankenversicherungs-, renten- und erbrechtlichen Folgen. Auch ein Umgangsrecht wird damit begründet. Die gesetzliche Vertretung (Sorgerecht) ist davon nicht betroffen. Sie sollten die Vaterschaft also insbesondere im Interesse des Kindes in jedem Fall feststellen lassen. Für die Mutter ist die Feststellung der Vaterschaft von Bedeutung, weil sie gegebenenfalls gegenüber dem Vater einen eigenen Anspruch auf Betreuungsunterhalt hat.

Ist der Vater zu einer freiwilligen Vaterschaftsanerkennung nicht bereit, ist die Vaterschaft auf Antrag in einem gerichtlichen Verfahren festzustellen. Bei Bedarf kann im Jugendamt eine Beistandschaft zum Zwecke der Vaterschaftsfeststellung beantragt werden.


 

Elterliche Sorge

Verheirateten Eltern steht die elterliche Sorge gemeinsam zu. Sind die Eltern nicht verheiratet, hat zunächst die volljährige Mutter das alleinige Sorgerecht.

Möchten Mutter und Vater für ihr Kind die elterliche Sorge gemeinsam ausüben, müssen beide vor oder nach der Geburt des Kindes eine Sorgeerklärung beim Jugendamt oder – kostenpflichtig – bei einem Notar beurkunden lassen. Zudem kann das Familiengericht auf Antrag eines Elternteils die elterliche Sorge oder einen Teil davon beiden Eltern gemeinsam übertragen, wenn dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht.

Gibt es zu einem späteren Zeitpunkt Streit um das Sorgerecht, entscheidet auf Antrag eines der beiden Elternteile das Familiengericht.

Hat die Mutter das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet, bekommt das Kind einen Vormund.

Über die Versorgung, Erziehung und den Aufenthaltsort darf die minderjährige Mutter auch jetzt schon selbst entscheiden. Für rechtsverbindliche Handlungen (zum Beispiel die Wahrnehmung der Rechte des Kindes gegenüber seinem Vater oder einen Vertrag zur Betreuung) braucht das Kind aber eine volljährige Person, die es vertritt. In der Regel übernimmt ein Amtsvormund im Jugendamt diese Aufgabe. Die Mutter kann aber auch (schon vor der Geburt) ihre Eltern, den volljährigen Vater des Kindes oder eine andere volljährige Person ihres Vertrauens zum Vormund bestellen lassen. Mit Vollendung des 18. Lebensjahres erhält sie dann automatisch das volle Sorgerecht.


 

Namensbestimmung

Vornamen: Falls Sie für Ihr Kind einen eher unbekannten Vornamen wünschen, berät das Standesamt Sie hierzu gern. Achten Sie unbedingt auf eine fehlerfreie Angabe des Namens, denn nach Beurkundung ist eine Änderung des Namens in der Regel nicht mehr möglich.

Familienname: Haben verheiratete Eltern einen gemeinsamen Ehenamen, bekommt das Kind diesen Namen als Geburtsnamen. Führen die verheirateten Eltern keinen gemeinsamen Ehenamen, müssen die Eltern vor der Geburtsbeurkundung im Standesamt erklären bzw. bestimmen, ob das Kind den Familiennamen des Vaters oder der Mutter als Geburtsnamen erhält. Den Familiennamen, den die Eltern für das erste gemeinsame Kind bestimmen, erhält auch jedes weitere gemeinsame Kind.

Bei nicht miteinander verheirateten Eltern erhält das Kind im deutschen Recht den Familiennamen der Mutter als Geburtsnamen. Die alleinsorgeberechtigte Mutter kann dem Kind vor oder auch nach der Geburtsbeurkundung den Familiennamen des Vaters erteilen.

Haben unverheiratete Eltern bereits vor der Geburt eine gemeinsame Sorgerechtserklärung abgegeben, müssen sie, wie ein Ehepaar, welches keinen gemeinsamen Ehenamen führt, vor der Geburtsbeurkundung im Standesamt erklären bzw. bestimmen, ob das Kind den Familiennamen des Vaters oder der Mutter als Geburtsnamen erhält.

Eine solche Erklärung ist in keinem Fall rückgängig zu machen.


 

Unterhalts- und sonstige Ansprüche des Kindes

Grundsätzlich sind Eltern verpflichtet, für den Unterhalt ihrer Kinder gemeinsam zu sorgen. Eine Trennung oder Scheidung ändert daran nichts. Der Elternteil, der das Kind überwiegend betreut, erfüllt seine Unterhaltsverpflichtung in der Regel durch die Pflege und Erziehung des Kindes. Der andere Elternteil ist barunterhaltspflichtig, sofern er leistungsfähig ist.

Bei nicht miteinander verheirateten Eltern hat das Kind Ansprüche gegen seinen Vater, sobald die Vaterschaft rechtswirksam anerkannt oder festgestellt ist. Dazu zählen Unterhaltsansprüche, Erbansprüche sowie Ansprüche aus Waisenrente und Krankenversicherung. Die Höhe der Unterhaltsansprüche richtet sich nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Unterhaltspflichtigen. Die Berechnung orientiert sich an den Sätzen der „Düsseldorfer Tabelle“.

Der Anspruch auf Unterhalt ist rechtlich nur dann abgesichert, wenn er urkundlich anerkannt oder durch Gerichtsbeschluss festgestellt worden ist.

Das Jugendamt bietet für die Geltentmachung von Unterhaltsansprüchen eine Beratung und Unterstützung an. Sie können dort auch eine Beistandschaft für Ihr Kind beantragen. Dann wird unter anderem der Unterhaltsanspruch durch das Jugendamt geltend gemacht und die regelmäßige Zahlung überwacht.


 

Beratung und Unterstützung für junge Volljährige

Auch für junge Volljährige bietet das Jugendamt kostenlos seine Beratung und Unterstützung - insbesondere bei Unterhaltsangelegenheiten - an.