Bauen & Umwelt

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Hildegard Zurborg
Tel: 04471/15-164
Fax: 04471/85697
Raum: A.101

Kreishaus
Eschstraße 29
49661 Cloppenburg

Telefon: 04471 / 15-0

montags - freitags:
08.30 Uhr bis 12.30 Uhr
und nach Vereinbarung

Naturschutzprogramme

Allgemeines

Die Erhaltung einer vielfältigen Natur und Landschaft zur Sicherung einer lebenswerten Umwelt ist eine Aufgabe, die uns alle angeht. Dabei trägt insbesondere der Grundstückseigentümer im Rahmen seiner Verfügungsgewalt über Grund und Boden Verantwortung für den Erhalt einer artenreichen Natur und vielgestaltigen Landschaft. Da die Wahrnehmung dieser Verantwortung jedoch vielfach mit finanziellen Einbußen verbunden ist, die vom Grundstückseigentümer nicht getragen werden können, ist auch die Allgemeinheit gefordert, diese auszugleichen.

Aus diesem Grund hat der Kreistag des Landkreises Cloppenburg beschlossen, ein Gewässerrandstreifen- und ein Wallheckenprogramm aufzulegen.


 

Flächenerwerb für Naturschutzzwecke durch den Landkreis Cloppenburg

Eine langfristige Erhaltung aller heimischen Pflanzen- und Tierarten ist nur über den Schutz ihrer Lebensräume zu verwirklichen. Um Rückzugsgebiete für gefährdete Arten und Lebensgemeinschaften zu sichern, hat der Landkreis Cloppenburg in den vergangenen Jahren in Gebieten mit herausragender Bedeutung Grundstückskäufe in erheblichem Umfang getätigt.

Erworben wurden so mit finanzieller Beteiligung des Landes Niedersachsen und der EU im Bereich Südradde 170 ha, im Markatal 31 ha, in den Bunner Masuren 9 ha und im Bereich des Tatemeeres 49 ha. Die erworbenen Flächen wurden zum Teil der Natur überlassen, zum größten Teil an interessierte Landwirte zur extensiven Grünlandnutzung verpachtet. Durch die Nutzungsextensivierung wurden neue Lebensräume für wildlebende Pflanzen und Tiere geschaffen bzw. bestehende Lebensräume erhalten und weiter entwickelt. Einige Flächen wurden speziell für Naturschutzzwecke hergerichtet. Besonders im Bereich der Südradde wurden 30 Blänken (flache Wasserflächen) künstlich angelegt, um hier den Lebensraum von Wiesenvögeln wie dem Kiebitz, der Uferschnepfe und dem Großen Brachvogel ökologisch aufzuwerten und zu optimieren.

Darüber hinaus konnten in den vergangen Jahren weitere 50 ha insbesondere an der Südrade mit Geldern der Kompensationsflächenagentur des Landkreises und mit Ersatzgeldern erworben werden. Auch diese Flächen wurden zur extensiven Grünlandnutzung an hiesige Landwirte verpachtet.

Weitere Flächenankäufe sind geplant.

Eigentümer, die Interesse am Verkauf ihre Grundstücke in Natur- und Landschaftsschutzgebieten im Landkreis Cloppenburg, an Gewässern im Landkreis und im Vogelschutzgebiet

V 66 "Niederungen der Süd- und Mittelradde und der Marka" haben, können sich gern beim Landkreis Cloppenburg melden.


 

Förderung von Streuobstwiesen

Streuuobstwiese

Streuobstwiesen sind vom Menschen geschaffene Kulturlandschaftsteile und eine historische Form des Obstanbaus, der durch Mehrfachnutzung gekennzeichnet ist. Die Bäume dienen der Obsterzeugung (Obernutzung). Da die Bäume verstreut stehen, dient die Fläche zugleich als Grünland (Unternutzung). Die hochstämmigen Bäume tragen unterschiedliche Obstsorten wie Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen. Das Grünland wird oft als Mähwiese oder als Weideland genutzt.

Die Bezeichnung „Streuobstwiese“ entstammt dem Begriff „Obstanbau in Streulage“ und bezeichnet den extensiven Anbau verstreut wachsender Bäume. Dabei handelt es sich ausschließlich um Hochstämme.

Erste Obstwiesen entstanden im Altertum, als die Römer einige Obstsorten nach Mitteleuropa mitbrachten. Zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert kam es durch die Züchtung spezieller Obstsorten zur Ausweitung des Obstanbaus in Europa. Nach 1700 spielte vor allem die Versor-gung der Bevölkerung dabei eine große Rolle. Daher waren Streuobstwiesen hier früher weit verbreitet. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und den immer höheren Flächenver-brauch für Siedlungsbau wurden im 20. Jahrhundert sehr viele Obstwiesen zerstört, so dass Streuobstwiesen heute sehr selten geworden sind.

Mit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten gehören Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebens-räumen Mitteleuropas. Ein Streuobstbaum bietet auf mehreren Stockwerken Lebensraum für viele seltene Vögel, Kleinsäuger und Insekten. Besondere Bedeutung haben Streuobstwiesen für Honigbienen und Wildbienen, die aufgrund der Artenarmut auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und durch den Einsatz von Pflanzenbehandlungsmitteln stark bedroht sind. Sie gilt es zu schützen und ihnen neue Lebensräume zu schaffen. Sie sorgen auf der Suche nach Nahrung ganz nebenbei für die Bestäubung der Obstblüten und stellen so sicher, dass die Obstbäume im Herbst reiche Früchte tragen. Aber auch andere Tierarten fühlen sich auf Streuobstwiesen wohl. Gartenrotschwanz, Steinkauz und Grünspecht sind typische Arten der Obstwiesen.

Heute gehören Streuobstwiesen zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas.

Aus diesem Grund fördert der Landkreis Cloppenburg die Neuanlage von Streuobstwiesen.


 

Gewässerrandstreifenprogramm

Gewässer und ihre Uferbereiche haben als Lebensraum für heimische Tier- und Pflanzenarten eine besondere ökologische Bedeutung, die häufig durch Nährstoffeinträge gefährdet wird. Zur Verminderung der Nährstoffbelastung trägt die Anlage von Gewässerrandstreifen wirksam bei. Eine vielfältige Struktur aus Gräsern und Stauden schafft Nischen und Lebensräume für eine große Artenvielfalt. Gewässerrandstreifen dienen vielen Arten als Teillebensraum, Schutzraum oder Wanderkorridor. Enten brüten in Uferböschungen, Libellen schlüpfen an Uferpflanzen und jagen andere Insekten, die die Blüten der Uferstauden besuchen. Als Linienbiotop sind Gewässerrandstreifen damit ein wichtiger Teil der Biotopvernetzung.

Der Landkreis Cloppenburg fördert daher die Stilllegung von Randstreifen auf ackerbaulich bewirtschafteten (einschließlich erwerbsgärtnerischen) Nutzflächen. Mit diesem Förderprogramm soll die Artenvielfalt und die Sicherung von Lebensräumen in den Uferbereichen von Gewässern gestärkt werden. Gefördert wird auf Ackerflächen die Nutzungsaufgabe für einen 5 m breiten Randstreifen entlang eines Gewässers. Dieser vermindert den Eintrag von Schadstoffen schon um ca. 80 %.

Bei sehr schmalen Grundstücken kann ausnahmsweise auch die Gesamtfläche gefördert werden. Insbesondere in Schutzgebieten bzw. schutzwürdigen Gebieten fördert der Landkreis Cloppenburg einen Randstreifen von bis zu 20 Metern oder die Gesamtfläche.

Die Fördersumme beläuft sich auf 750,00 EUR je Hektar und Jahr bis zu einer Ackerzahl von 25 Punkten. Für jeden weiteren Bewertungspunkt werden zusätzlich 0,12 EUR bis zu einem Höchstbetrag von 1.100,00 EUR je Hektar und Jahr gezahlt.

Um eine nachhaltige ökologische Wirkung zu erzielen, ist die Förderdauer auf fünf Jahre angelegt, muss aber mindestens drei Jahre betragen. Eine Verlängerung der Laufzeit ist möglich.

Der Antragsteller verzichtet auf die Bearbeitung und Bestellung der Randstreifen (inkl. Verzicht auf Mahd, Beweidung, Düngung usw.). Der Landkreis Cloppenburg verpflichtet sich zur Zahlung des Förderbetrages jährlich nach Ablauf eines jeden Pachtjahres.

Bei Teilnahme am Förderprogramm können Eigentümer oder mit Einverständnis des Grundstückseigentümers auch Pächter von Ackerflächen teilnehmen, deren Grundstücke an Fließ- oder Stillgewässer angrenzen oder sie umschließen.

Wichtig: Das Recht, diese Flächen nach Beendigung der Laufzeit des Vertrages in derselben Art und demselben Umfang wie zum Zeitpunkt der Antragstellung nutzen zu können, bleibt bestehen. Der geförderte Geländestreifen gilt weiterhin als landwirtschaftlich genutzte Fläche. Die Nutzungscodierung erfolgt mit dem Code 591 „Ackerland aus der Produktion genommen“. Die Prämie bleibt dann erhalten.


 

Wallheckenprogramm

Fördersätze erheblich aufgestockt!

Wallhecken sind mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Wälle und als „lebende“ Zäune ein wesentlicher Bestandteil unserer gewachsenen Kulturlandschaft. Sowohl für den Naturhaushalt als auch für das Landschaftsbild erfüllen sie bedeutende Funktionen und tragen maßgeblich zur Biotopvernetzung in der freien Landschaft bei, da sie Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten bieten. Durch ihre Struktur sowie das Mikroklima bilden sich in Wallhecken artenreiche Biozönosen. Die Anzahl der in einer Wallhecke lebenden Tierarten wird auf 1600 bis 1800 geschätzt. Darüber hinaus beeinflussen Wallhecken das Mikroklima; durch die Reduzierung der Windgeschwindigkeit verringert sich die Verdunstung und die Taubildung erhöht sich.

Die Bedeutung der Wallhecken für den Naturhaushalt, für die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren, für das Kleinklima und nicht zuletzt für den Erholungswert für Menschen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Seit 1935 stehen Wallhecken unter gesetzlichem Schutz.

Viele Wallhecken haben sich jedoch im Laufe der Zeit entweder zu stattlichen Baumreihen entwickelt oder es sind nur noch Reste von Gehölzbeständen vorhanden.

Um den ursprünglichen Wallheckencharakter wieder herzustellen bzw. dauerhaft zu erhalten - getreu dem Motto „oben licht und unten dicht“ - stellt der Landkreis Cloppenburg seit 1992 Gelder für die Neuanlage sowie für die Pflege der Wallhecken zur Verfügung. Durch Beschluss des Kreistages vom 04.04.2019 konnten die Förderbeträge deutlich angehoben werden:

Die Neuanlage einer Wallhecke wird zukünftig mit 20,00 EUR je lfd. Meter Wallkörper sowie kostenloser Bereitstellung des Pflanzgutes bezuschusst. Zum besseren Anwuchs wird zudem die Einsaat des Wallkörpers mit niedrigwüchsigem Klee empfohlen. Entsprechendes Saatgut kann kostenfrei beim Landkreis Cloppenburg angefordert werden.

Bei einer Neuanlage einer Wallhecke kann für eine erforderliche Auszäunung in der freien Natur ein Zuschuss von 3,00 Euro je lfd. Meter Zaun

  • für dreizügige Glattdrahtzäune an Schlag- oder Spaltpfählen mit max. 4 m Pfahlabstand oder
  • für andere dauerhaft wirksame Zäune, z. B. zweizügige Elektrozäune an Schlagpfählen mit einem Pfahlabstand von max. 5 m oder
  • für Wildschutzzäune

gewährt werden.

Bei Weiderinderhaltungen oder in Ausnahmefällen, z. B. bei hohem Wilddruck kann ein Zuschuss in gleicher Höhe für dreizügige Stachel-drahtzäune an Schlag- oder Spaltpfählen mit max. 4 m Pfahlabstand gewährt werden.

Für die Pflege von bereits bestehenden Wallhecken in Form von

  • Wiederherstellung des Wallkörpers bzw.
  • Rückschnitt von überalterten Gehölzbeständen

werden zukünftig bis zu 15,00 EUR je lfd. Meter gewährt. Auch hier wird das Pflanzgut kostenlos zur Verfügung gestellt.

Am Wallheckenförderprogramm können sich Eigentümer oder mit Einverständnis des Grundstückseigentümers auch Pächter oder Jagdpächter beteiligen. Neu ist, dass auch Dorfgemeinschaften, Bürgervereine und vergleichbare Gruppierungen eine Förderung erhalten können.


 

Downloads

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pdf Förderung von Streuobstwiesen - Flyer
Förderung von Streuobstwiesen im Landkreis Cloppenburg
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pdf Förderung von Streuobstwiesen - Antrag zur Neuanlage
Förderantrag zur neuanlage einer Streuobstwiese
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pdf Gewässerrandstreifenprogramm - Antrag
Antrag auf Gewährung von Fördermitteln aus dem Gewässerrandstreifenprogramm des Landkreises Cloppenburg
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pdf Gewässerrandstreifenprogramm - Flyer
Flyer zum Gewässerrandstreifen-Förderprogramm des Landkreises Cloppenburg
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pdf Gewässerrandstreifenprogramm - Plakat
Plakat zum Gewässerrandstreifenförderprogramm des Landkreises Cloppenburg
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pdf Gewässerrandstreifenprogramm - Richtlinien
Richtlinien über die Gewährung von Förderungsmitteln aus dem Gewässerrandstreifenprogramm des Landkreises Cloppenburg (Stand Juni 2019)
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pdf Wallhecken - Bekanntmachung der Eintragung
Öffentliche Bekanntmachung der Eintragung von Wallhecken gemäß § 14 Abs. 9 des Niedersächsischen Ausführungsgesetzes zum Bundesnaturschutzgesetz (NAGBNatSchG)
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pdf Wallhecken - Übersichtskarte
Übersichtskarte der Wallhecken im Landkreis Cloppenburg (Stand: Februar 2013) Dateigröße ca. 16 MB!
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pdf Wallhecken - Merkblatt Wallheckenförderung
Merkblatt Wallheckenförderung im Landkreis Cloppenburg
295 KB Download
pdf Wallheckenprogramm - Flyer
Flyer zum Wallhecken-Förderprogramm des Landkreises Cloppenburg
1980 KB Download
pdf Wallheckenprogramm - Plakat
Plakat zum Wallhecken-Förderprogramm des Landkreises Cloppenburg
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pdf Wiesenvögel im Raddetal
Flyer zum Gelege- und Kükenschutzprogramms des Landkreises Cloppenburg in den "Niederungen der Süd- und Middelradde und der Marka"
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