Landkreisweiter Austausch zur Steigerung der digitalen Kompetenz von Älteren

Niedrigschwellige Angebote sollen geschaffen werden
11.08.2022
Dr. Stefanie Föbker, in der Stabsstelle zuständig für Demographie, brachte die gesammelten Erkenntnisse abschließend auf Papier. Ein Konzept für digitale Kompetenzbildung bei Älteren erarbeiteten Bildungsträger aus dem Landkreis Cloppenburg und Vertreter*innen der Belange älterer Menschen.

Landkreis Cloppenburg. Wie fördert man am besten die digitalen Kompetenzen älterer Menschen? Am besten im Verbund mehrerer Organisationen und im Angebot ohne Hemmschwellen! Das ist eine der Erkenntnisse, die bei einer Denkwerkstatt des Bildungsbüros des Landkreises in Kooperation mit der Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement Niedersachsen herausgearbeitet wurden. Eingeladen waren Bildungsträger aus dem Landkreis Cloppenburg und Vertreterinnen und Vertreter der Belange älterer Menschen (wie Seniorenbeirat, Seniorenservicebüro, Senioreneinrichtung).

Das Thema „Digitalisierung im Bereich der Senioren“ ist wichtig. Digitale Prozesse prägen längst unseren Alltag. Sie bieten auch für die ältere Generation Chancen, etwa durch Online-Einkaufen oder digitale Arztsprechstunden. Gerade in der Corona-Pandemie waren Video-Anrufe eine wichtige Verbindung zwischen den Generationen. Häufig wurden digitale Kompetenzen vorausgesetzt, wie bei der Buchung von Terminen für Impfungen oder Corona-Tests. Diese Kompetenzen sind jedoch nicht bei allen in gleichem Maße vorhanden. „Wenn vor Ort etwa eine Bankfiliale geschlossen wird, müssen digitale Kompetenzen vorhanden sein, um etwa Online-Banking in die eigenen Hände nehmen zu können“, betont Stefanie Föbker, Stabstelle Gleichstellung, Bildung, Integration und Demografie. „Technik- und Medienkompetenz wird zunehmend wichtiger für eine selbstständige Bewältigung des Alltags“, betonte auch Maria Leuschner in ihrem Impulsvortrag. „Alter ist nicht gleich Alter. Während die Mehrheit der 60- bis 69-Jährigen und 70- bis 74-Jährigen das Internet nutzt, beträgt der Anteil bei den über 80-Jährigen nur 25-30 Prozent.“

Um die Verfügbarkeit und Art von Angeboten und die Nachfrage von älteren Menschen speziell zu digitalen Bildungsangeboten zu prüfen und die Anbieter zusammenzubringen, wurde die Denkwerkstatt im Kreishaus organisiert. „So konnten wir diskutieren sowie Projektideen entwickeln“, erklärt Christiane Johannes vom Bildungsbüro des Landkreises.

Zuerst: Ein Angebot im Landkreis ist vorhanden. Es gibt bereits vielfältige Möglichkeiten zur Förderung digitaler Kompetenzen älterer Menschen, zum Beispiel Kurse durch Träger der Erwachsenenbildung, Angebote in Kooperation mit Schulen (Schülerinnen und Schüler schulen Seniorinnen und Senioren) oder Sprechstunden zur Klärung von Fragen zu digitaler Technik. „Dazu kommt Hilfe innerhalb der Familien, wo eine Generation der anderen hilft, die wir natürlich nicht erfassen können“, erklärt Johannes.

Aber die Nachfrage ist groß, wie im Austausch insbesondere mit den Seniorenvertretungen deutlich wurde. Gewünscht werden Schulungen für die Nutzung digitaler Medien im Alltag (z.B. Online-Terminvereinbarung, Videotelefonie), offene und niedrigschwellige Angebote, Angebote vor Ort z.B. in Senioreneinrichtungen oder Kirchengemeinden. „Die Angebote müssen also noch mehr dahin gehen, wo die Zielgruppe ist. Deshalb ist ein Ergebnis der Veranstaltung, dass Bildungsangebote in und mit Senioreneinrichtungen entwickelt werden“, resümiert Stefanie Föbker vom Landkreis. Die Vernetzung zwischen Bildungsträgern und Seniorenvertretungen wurde sehr begrüßt. Deshalb soll der Austausch im kommenden Jahr wiederholt werden und genutzt werden, um über Erfahrungen mit neu geschaffenen Angeboten zur Förderung digitaler Kompetenzen älterer Menschen zu berichten.