Praktikumswoche OM bringt über 300 Schüler in 190 Unternehmen

Landrat Johann Wimberg besucht Praktikanten und Ausbilder bei Högemann Automatisierungstechnik in Garrel
03.08.2022

Landkreis Cloppenburg. Mit der Praktikumswoche im Oldenburger Münsterland können Schülerinnen und Schüler einfach und hürdenlos in eine Vielzahl von Betrieben reinschnuppern und sich sowohl über die Berufsausbildung als auch über das Berufsbild an sich und die Angebote des Betriebs informieren. Landrat Johann Wimberg hat sich nun persönlich ein Bild von dem Programm gemacht und dabei das Garreler Unternehmen Franz Högemann GmbH Automatisierungstechnik besucht.

Die Högemann Automatisierungstechnik ist weltweit tätig und verwirklicht die Automatisierung von Produktionsanlagen in den Bereichen Futter- und Lebensmittel. Rund 35 Prozent der in Deutschland produzierten Futtermittel sind durch Anlagen gelaufen, die vom „Hidden Champion“ aus Garrel entworfen, eingebaut und gewartet werden. 150 Kunden weltweit betreut das zur Big Dutchman Gruppe gehörende Unternehmen. Wie bei vielen Betrieben in der Boomregion Oldenburger Münsterland steht der Kurs klar auf Wachstum, aktuell wird in Garrel gegenüber des Betriebsgeländes auf der anderen Straßenseite eine weitere Betriebshalle gebaut, um Platz zu schaffen. Doch Grundvoraussetzung für eine Ausdehnung der Tätigkeiten ist zwei bis drei Jahre lang ausgebildetes Fachpersonal, das nochmal bis zu drei Jahre im Betrieb weiter spezialisiert wird.

Welchen Wert Praktikanten heutzutage für ein Unternehmen haben, ist bei Högemann daher schon lange bekannt. „Schon viele unserer Praktikanten sind später Azubis und dann Angestellte geworden die bis heute hier tätig sind“, betont Hartwig Tönnies, Ausbilder der Fachinformatiker. Und Geschäftsführer Michael Hanneken hat sogar selbst als Praktikant seine Karriere bei Högemann begonnen. „Dann kam die Ausbildung, dann die Abteilungsleitung und dann kam ich in die Geschäftsführung. Auch negative Erfahrungen sind eine Erkenntnis, die den späteren Lebensweg positiv beeinflussen können. So merkt man auch, in welchen Beruf man nicht reinpasst, man kann z.B. den Wunsch der Eltern ausprobieren und am Ende kann auch Scheitern zum Erfolg werden“, betont Hanneken.

„Wir können sehr zufrieden sein, dass sich über 190 Unternehmen im Oldenburger Münsterland für die Aktion angemeldet haben und bislang über 300 Schülerinnen und Schüler an über 700 Praktikumstagen betreuen“, freute sich Landrat Johann Wimberg. Dazu gibt es noch 87 ausstehende Tage, denen Schüler*innen noch zustimmen müssen. Bei Högemann in Garrel nutzen diesen Sommer bislang zehn Schüler die Chance auf einen Einblick in die Arbeit eines Fachinformatikers. „Die Praktikumswoche ist eines von mehreren Projekten unserer Stabsstelle Wirtschaftsförderung zur Fachkräftesicherung im Landkreis“ so der Landrat.

War ein Praktikum früher eine Gelegenheit für junge Menschen, um sich durch gutes Auftreten die Chance auf eine Ausbildungsstelle zu erhöhen, hat sich die Situation heute gedreht. Unternehmen wie Högemann sehen Praktika als Möglichkeit, Auszubildende zu gewinnen und für den eigenen Bedarf auszubilden. „Jeder vierte unserer Mitarbeiter ist ein Azubi, nur das sichert uns den Nachwuchs. Wir bilden aus, um zu übernehmen“, erklärt Personalchefin Isabell Tangemann. Für die Unternehmen, die an der Praktikumswoche OM teilnehmen, bieten sich also Möglichkeiten, um wertvolle Nachwuchskräfte zu buhlen. „Wir lehnen möglichst keine Praktikantenanfragen ab“, betont Tangemann, deren jüngster Azubi 15 Jahre alt ist.

Rund sieben Praktika-Tage hat sich Renke Labohm vorgenommen. Der 19-jährige Praktikant aus Tungeln hat in diesen Ferien schon in einen Betrieb geschaut, manche Angebote hat er auch abgelehnt. „Ich habe mich hierfür entschieden, weil ich den Beruf des Fachinformatikers interessant finde“, erzählt er. „Das ist sehr cool hier“, beurteilt er seinen Einblick bei Högemann, für das ihm extra Azubi Bill Stamma für den ganzen Tag als Betreuer an die Seite gestellt wurde.

„Wir wollen, dass dieses Projekt Schule macht“, erklärt Landrat Johann Wimberg. Die Praktikumswoche sei eine Win-Win-Situation für Betriebe und Schüler, von der gerne noch mehr profitieren sollten. Das Projekt läuft noch die gesamten Sommerferien, eine Anmeldung ist weiter möglich unter https://praktikumswoche.de/om. „Es ist eine gute Sache, wenn dadurch junge Menschen wohnortnah und einfach einen Beruf finden können, der zu ihnen passt und gleichzeitig nach Lust und Laune Angebote ausprobieren können. Gleichzeitig gibt es wohl kaum eine bessere Möglichkeit für Betriebe, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken“, resümiert der Landrat am Ende seines Besuchs in Garrel.