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Pressemitteilungen

Artikel vom 16.11.2011 | zurück zur Übersicht

Sauenhalter müssen auf Gruppenhaltung umstellen

Landkreis informiert über Tierschutzbestimmungen und baurechtliche Anforderungen

Landkreis Cloppenburg - Auf gravierende Veränderungen wegen der Umsetzung von Tierschutzbestimmungen müssen sich derzeit alle Sauenhalter einstellen. Die bereits seit dem Jahr 2006 geltende Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung schreibt tierschutzrechtliche Mindestanforderungen vor, die bis spätestens Ende 2012 in den Betrieben umgesetzt sein müssen. Insbesondere dürfen ab dem 1. Januar 2013 tragende Sauen bis eine Woche vor dem Abferkeltermin nur noch in Gruppen gehalten werden. Über die geltenden tierschutzrechtlichen Bestimmungen und ihre baurechtlichen Auswirkungen hat der Landkreis Cloppenburg jetzt nochmals die Tierhalter in einer Informationsveranstaltung im Kreishaus Cloppenburg informiert. Rund 150 Landwirte waren der Einladung der Kreisverwaltung gefolgt.
Mitarbeiter des Veterinäramtes stellten zunächst die geltenden Regelungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung im Einzelnen vor. Sie erläuterten, dass neben der vorgeschriebenen Gruppenhaltung in der Verordnung Mindestflächen je Tier und konkrete Anforderungen hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit festgelegt seien. Die Umstellung auf Gruppenhaltung sei nach einer aktuellen Erhebung in vielen Betrieben noch nicht umgesetzt. Von 350 Sauenhaltern würden bisher nur 85 Betriebe diese Anforderung erfüllen. Seitens des Veterinäramtes wurde deshalb an die Landwirte appelliert, die erforderlichen Umbaumaßnahmen zügig in Angriff zu nehmen. Eine Verlängerung der auslaufenden Übergangsfrist werde es nicht geben.
Vom Bauamt der Kreisverwaltung wurden die bau- und immissionsschutzrechtlichen Auswirkungen der Umstellung dargestellt. Dabei wurde betont, dass eine Änderung der Aufstallung nur dann genehmigungsfrei sei, wenn die Maßnahmen ohne bauliche Änderungen und ohne eine Erhöhung der Tierplätze durchgeführt würden. Bauliche Veränderungen, beispielsweise der Güllekanäle, seien auch ohne Tierzahlerhöhung baugenehmigungspflichtig und müssten bei Überschreitung bestimmter Tierzahlen zudem immissionsschutzrechtlich angezeigt werden. In vielen Fällen führe die Umstellung auf Gruppenhaltung und die Einhaltung der Mindestflächen je Tier jedoch dazu, dass im vorhandenen Stallgebäude nur noch eine geringere Tierzahl untergebracht werden könne, so die Fachleute des Bauamtes. Sofern die bisherige Tierzahl beibehalten werden solle, seien dann bau- oder immissionsschutzrechtlich genehmigungspflichtige Neu- oder Anbauten erforderlich. Da in vielen Ortslagen die zulässigen Immissionsgrenzwerte bereits erreicht seien, könnten Genehmigungen für neue Stallgebäude grundsätzlich nur erteilt werden, wenn durch geeignete Maßnahmen insgesamt eine Reduzierung der vorhandenen Belastung erreicht werde. Bei Maßnahmen, die aufgrund der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung erforderlich seien, werde ausnahmsweise nur eine 30-prozentige Emissionsreduzierung bezogen auf die in dem Ersatzbau geschaffenen Tierplätze gefordert, erläuterten die Bauamtsvertreter. Diese Verbesserung könne durch eine Reduzierung der Tierzahl in dem Neubau oder in einem anderen Stallgebäude auf der Hofstelle oder aber durch den Anschluss an eine Abluftreinigungsanlage erreicht werden. Bezüglich der Ersatzbauten seien zudem Mindestabstände zu Wohnbebauung und zu Wald einzuhalten. Bei Umstrukturierungsmaßnahmen, die zu höheren Tierzahlen führten oder die über den Sauenbereich hinausgingen, müssten die betreffenden Stallgebäude in belasteten Gebieten an Abluftreinigungsanlagen angeschlossen werden. Dies gelte beispielsweise für die Umnutzung eines Sauenstalles in einen Schweinemaststall. Weil auch diese Maßnahmen wegen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung erfolgen würden, werde jedoch auch in diesen Fällen bezüglich der weiteren Gebäude auf der Hofstelle keine Sanierung gefordert, informierte das Bauamt.