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Pressemitteilungen

Artikel vom 24.01.2022 | zurück zur Übersicht

Straffälligenhilfe Oldenburger Münsterland e.V. ehrt und verabschiedet langjährige Ehrenamtliche

Der neue Vorsitzende Fritz Thole (links) verabschiedete und dankte Heinrich Burrichter für seine jahrzehntelange Leistung (Foto: Straffälligenhilfe OM)
Fritz Thole (links) verabschiedete auch den scheidenden stellvertretenden Vorsitzenden, Josef Kuper, und bedankte sich bei ihm für das Geleistete. (Foto: Straffälligenhilfe OM)

Landkreis Cloppenburg. Vorhandene Lücken in der Betreuung von Straffälligen zu schließen: Das war seit jeher und ist noch immer der Schwerpunkt des Vereins „Straffälligenhilfe Oldenburger Münsterland“. Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung bildeten Verabschiedung und Neubesetzung zwar den Schwerpunkt, im thematischen Mittelpunkt stand jedoch ein ordentlicher Rückblick auf die Vereinsgeschichte, da es erstmalig seitdem einen Wechsel in der Vereinsleitung gab.

Und die Erfolgsgeschichte begann so: Vom OLG Celle wurde im Jahr 1979 ein Gemeinschaftsbüro für Bewährungshilfe für den Bereich „Landkreis Cloppenburg“ aufgebaut. Zunächst wurden zwei Bewährungshelfer aus Bremen und Hamburg eingestellt. Diese stellten ganz schnell fest, dass für die Betreuungsarbeit im Rahmen der Bewährungshilfe auch immer wieder das Thema „finanzielle Mittel“ eine große Rolle spielte.

Die Bewährungshelfer hatten für ihre Arbeit bildlich gesehen „nur ein Bein“, wobei ihre Ausbildung gemeint war. Das zweite Bein „finanzielle Mittel“ fehlte.

Der aus Bremen stammende – und leider schon verstorbene – Bewährungshelfer Wolfgang Sahlmann wollte das ändern. Ein Netzwerk aus Cloppenburger Rechtsanwälten, Kaufleuten, engagierten Bürgern und kommunalen Verwaltungskräften wurde aufgebaut.

Von Anfang an mit dabei - Heinrich Burrichter. Mit seiner Unterstützung wurde 1979 der Verein „Straffälligenhilfe Oldenburger Münsterland“ gegründet. Ziel war und ist es, vorhandene Lücken in der Betreuung von Straffälligen zu schließen. Es soll Ihnen und Ihren Angehörigen Unterstützung gewährt werden um einem erneuten Abgleiten in Straffälligkeit vorzubeugen.

Je nach Lebenslage und -situation können unter anderem finanzielle Einmalbeihilfen und Darlehen gewährt werden. Diese dienen zum Beispiel dazu, existenzielle Notlagen zu lindern oder auch um einen Führerschein wieder zu erlangen oder eine Annonce zur Wohnungssuche zu schalten.

In früheren Jahren unterhielt der Verein neben den besagten finanziellen Hilfen aber auch weitere Angebote, wie zum Beispiel eine sogenannte Durchgangswohnung für Haftentlassene oder ein Gebrauchtmöbellager.

Insbesondere von jungen Menschen gut genutzt wird mittlerweile das Projekt „Ausgleich“. Schadensersatz oder Schmerzensgeldforderungen können über die Ableistung von Sozialstunden getilgt werden. „Wenn der Klient oder die Klientin einen Schaden verursacht hat und selbst mittel- und arbeitslos ist, kann der Schadensbetrag über Sozialstunden abgearbeitet werden“, erklärt Rita Kessing, Vereinsgeschäftsführerin der Straffälligenhilfe.

Die zur Erfüllung seiner Aufgaben erforderlichen Mittel bezieht der Verein aus Mitgliedsbeiträgen Spenden oder Bußgeld-Zuweisungen der Gerichte. Die rund 13.000 Euro an Einkünften im Jahr 2021 wurden restlos an Bedürftige weitergegeben. 30 bis 50 Straffällige werden pro Jahr unterstützt: Mit zinslosen Kleinkrediten, die keine Bank anbieten würde oder in kleinen Unterstützungsbeträgen in Höhe bis zu 150 Euro als Soforthilfe in besonderen Notlagen. „Existenzielle Notlagen treten nicht immer während der Banköffnungszeiten auf oder können auf Abarbeitung warten. Da ist es wichtig, unbürokratisch und sofort helfen zu können“, erklärt Rita Kessing, die auch Sozialpädagogin Jugendhelferin des Landkreises Cloppenburg ist. Mit den Mitteln des Vereins könne auch gut die Zeit überbrückt werden, bis auf amtlichen Wege die Unterstützung geprüft worden ist.

Durch die Ehrung verdienter Mitglieder und Neuwahlen im Vorstand wurde das nächste Jahr der Straffälligenhilfe eingeleitet.

Nach 42 Jahren Vereinsleitung wurde Heinrich Burrichter nun verabschiedet. Sein Nachfolger, Fritz Thole, hob in seiner Laudatio das langjährige, zuverlässige Engagement des Gründungsmitglieds hervor. Tolerant, bescheiden, klug und belesen hat er den Verein lange Jahre ohne viel Aufhebens geleitet.

Neben Heinrich Burrichter trat auch Josef Kuper, 2. Vorsitzender, nicht zur Wiederwahl an. Nach ebenfalls langjährigem Engagement in verschiedenen Vereinsfunktionen gab er den stellvertretenden Vorsitz an Georg Meyer ab.

Fehlen darf in der Reihe des personellen Wechsels nicht Klaus Tebel. 15 Jahre lang verwaltete er als Rechnungsführer gewissenhaft und sorgfältig alle Ein- und Ausgaben des Vereins. Seinen Posten gab der hauptamtliche Bewährungshelfer an seine Kollegin Susanne Bienmüller aus Vechta ab.

Satzungsgemäß wurde weiterhin ein neuer Kassenprüfer gewählt. Karl Kleier stellte sich schnell und unkompliziert zur Verfügung und wurde einstimmig in dieses Amt gewählt.

Rechtsanwalt Norbert Meyer – ebenfalls Gründungsmitglied – konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Sitzung teilnehmen. Ihm gebührt besonderer Dank für die langjährige kostenlose juristische Begleitung des Vereins.

Besonderer Dank gebührt ebenfalls Theo Hinrichs. Als langjähriges Vereinsmitglied hat er zuverlässig und kompetent die Berichterstattung des Vereins übernommen. Nach kurzer schwerer Krankheit ist dieser im Frühjahr letzten Jahres plötzlich und unerwartet verstorben. Die Mitglieder brachten ihre Trauer um den Verlust in einer Schweigeminute zum Ausdruck.

Die neugewählten Vorsitzenden möchten die positive Arbeit der vergangenen Jahre fortsetzen aber auch neue Impulse setzen und frühere Aktivitäten beleben. So ist für den Herbst kommenden Jahres eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Kriminalität und Straffälligenhilfe geplant.

Fotohinweis:

Foto 1: Der neue Vorsitzende Fritz Thole (links) verabschiedete und dankte Heinrich Burrichter für seine jahrzehntelange Leistung.

Foto 2: Fritz Thole (links) verabschiedete auch den scheidenden stellvertretenden Vorsitzenden, Josef Kuper, und bedankte sich bei ihm für das Geleistete.

Fotos: Straffälligenhilfe OM