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Pressemitteilungen

Artikel vom 17.11.2021 | zurück zur Übersicht

Gesundheitsamt derzeit bei Kontaktverfolgung überlastet

Quarantäne gilt automatisch ab Tag des Testergebnisses / Kontakte müssen von positiv Getesteten informiert werden / Landrat fordert Impflichten

Landkreis Cloppenburg. Der Landkreis Cloppenburg weist darauf hin, dass Bürgerinnen und Bürger, die positiv getestet worden sind, sich unverzüglich in häusliche Quarantäne begeben müssen. Dabei ist es wichtig, dass sich die Betroffenen während der Quarantäne auch von ihren Familienangehörigen isolieren. Die Quarantäne beträgt für positiv Getestete 14 Tage und für Kontaktpersonen 10 Tage. Geimpfte Kontaktpersonen müssen nicht in Quarantäne, solange sie vollkommen symptomfrei sind.

Nach dem fünften Tag ist es für Kontaktpersonen möglich, sich mittels PCR-Testung aus der Quarantäne frei zu testen. Mit einem Schnelltest ist das erst nach sieben Tagen möglich, wobei nur Tests aus einem offiziellen Testzentrum anerkannt werden.

Nur bei einem positiven in Eigenregie durchgeführten Schnelltest ist das Bürgertelefon des Landkreises über das Testergebnis zu benachrichtigen (Tel: 04471/15-555). In allen anderen Fällen erfolgt eine Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt. Gleichzeitig besteht nach wie vor die Pflicht, enge Kontaktpersonen selbst zu benachrichtigen. Für sie gelten die oben aufgezählten Regeln. Die positiv Getesteten sowie die engen Kontaktpersonen erhalten nach Ende der Quarantäne eine Bescheinigung über die Quarantänedauer.

Aufgrund der anhaltend hohen Infektionszahlen ist das Gesundheitsamt mit der Kontaktnachverfolgung überlastet. Es kann daher zu deutlichen Verzögerungen kommen, bis Betroffene kontaktiert werden. Aus diesem Grund erfolgt nun noch einmal der Appell, die automatisch geltende Quarantäne einzuhalten und wie durch die Niedersächsische Absonderungsverordnung festgelegt, Kontaktpersonen selbstständig zu informieren.

Um das aktuelle Defizit schnellstmöglich beenden zu können, wird das Gesundheitsamt bereits seit mehreren Wochen wieder aus anderen Bereichen der Kreisverwaltung bereits immer weiter personell verstärkt. Darüber hinaus ist nun noch einmal zusätzliches Personal vorgesehen, das nun für diese Aufgabe kurzfristig abgestellt wird. Außerdem hat der Landkreis erneut Unterstützung bei der Bundeswehr beantragt, da wie im Herbst 2020 bereits absehbar ist, dass die Kreisverwaltung die Kontaktverfolgung langfristig mit eigenen personellen Ressourcen nicht sicherstellen können wird. Daher hat die Kreisverwaltung um Amtshilfe von 15 Bundeswehrsoldatinnen und Soldaten gebeten. Gleichzeitig wird auch auf anderen Wegen wie über externe Dienstleister Fachpersonal beauftragt, soweit dies verfügbar ist.

Landrat Johann Wimberg: „Wir tun derzeit was wir können, um den Infektionsschutz trotz überall steigender Fallzahlen zu gewährleisten und Betroffene zeitnah zu kontaktieren. Die hohen Testzahlen in unserem Landkreis legen hier offen, was in vielen anderen Landkreisen unter der Oberfläche brodeln dürfte“, stellt der Landrat fest. In einigen anderen Bundesländern zeige sich bereits seit einigen Wochen eine deutlich verschärfte Lage. Mit den sinkenden Temperaturen dürften auch die Infektionszahlen noch weiter steigen. Grundsätzlich seien die hohen Infektionszahlen allein nicht bedrohlich. Jedoch steckten sich durch die unterdurchschnittliche Impfquote aktuell zu viele Ungeimpfte an, die schwer erkranken oder gar sterben.

„Für Ungeimpfte hat die Uhr bereits fünf nach zwölf geschlagen“, stellt der Landrat fest. Die Wahrscheinlichkeit, sich vor Erreichung des vollen Impfschutzes anzustecken, sei derzeit höher als jemals zuvor. „Bitte nutzen Sie so schnell wie möglich unser Impfangebot oder vertrauen Sie der Beratung Ihres Hausarztes“, betont Landrat Johann Wimberg. Gleichzeitig appelliert der Landrat an alle Bürgerinnen und Bürger, egal ob geimpft oder ungeimpft, sich selbst und andere aktiv vor einer Ansteckung zu schützen. „Maske tragen, lüften, Testangebote nutzen, Abstand halten, Hände waschen und große Menschenansammlungen meiden“, wiederholt Wimberg ein weiteres Mal in dieser Pandemie die wohl jedem bekannten Infektionsschutz-Grundsätze.

Trotzdem hätten die Chancen auf einen halbwegs normalen Winter nie besser gestanden als jetzt, denn ein Großteil der Bevölkerung, und besonders viele Menschen in den Risikogruppen, seien durch die Impfungen außer Gefahr. Geschützt werden müssten wesentlich weniger Menschen als im Vorjahr. Welche Auswirkungen es aber haben kann, wenn rund 20 Prozent der erwachsenen Menschen eine Impfung verweigern, zeige sich aktuell.

Es könne nicht sein, dass ein solches Verhalten einer Minderheit die Mehrheit der Menschen einschränke oder in Gefahr bringe, weil somit Krankenhäuser und Intensivstationen durch ungeimpfte Corona-Patienten überlastet würden und somit für andere Notfälle keine Kapazitäten mehr zur Verfügung stünden. Wenn die Impfquote nicht weiter deutlich gesteigert würde (das RKI spricht von 90 %), muss auch im nächsten Jahr mit einer fünften und sechsten Welle gerechnet werden, so der Landrat, der die Politik einmal mehr aufforderte schnellstmöglich über Impflichten nachzudenken. Das ist ein schwieriges und unbequemes Thema, so Wimberg, aber man komme voraussichtlich nicht darum, dieses „heiße Eisen“ anzupacken.