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Pressemitteilungen

Artikel vom 23.09.2021 | zurück zur Übersicht

Weit über 8000 Überstunden

Personalabteilung der Kreisverwaltung zieht Fazit nach anderthalb Jahren Pandemie-Einsatz

Landkreis Cloppenburg. Nach anderthalb Jahren Ausrichtung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hat die Personalabteilung der Kreisverwaltung nun ein vorläufiges Fazit gezogen, aus dem der erhebliche Arbeitsaufwand für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich wird. Weit mehr als 8000 Überstunden wurden pandemiebedingt in der Zeit von März 2020 bis August 2021 geleistet. Eine ganz genaue Zahl darüber hinaus lässt sich aus technischen Gründen nicht ohne weiteres berechnen. „Um der Lage Herr werden zu können, musste von vielen Wochenend- und Nachtarbeit geleistet werden, egal ob im Büro oder im Home Office. Für viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat die Pandemie einen großen Einschnitt in das Privat- und Familienleben bedeutet“, betont Landrat Johann Wimberg. Anlass der Zählung war eine Anfrage des Niedersächsischen Landkreistages.

Für die Eindämmung von Covid-19 war ein hoher personeller Aufwand nötig. In den vergangenen 18 Monaten waren 186 Beschäftigte der 622 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der zentralen Kernverwaltung zur Pandemiebekämpfung eingesetzt. Das entspricht 29,9 Prozent des Personals. Zusätzlich wurden 87 externe Kräfte eingesetzt und weitere 46 Personen eingestellt oder von Dienstleistern und Hilfsorganisationen beauftragt. Der durchschnittliche Einsatz jedes einzelnen Mitarbeiters betrug zehn Monate. „Das waren zehn Monate, in denen das jeweilige Sachgebiet nicht bearbeitet werden konnte. In vielen Bereichen musste dieselbe Arbeit von weniger Personal geleistet werden, weil Abteilungen durch den Corona-Einsatz ausgedünnt waren. So hat am Ende jede und jeder in der Kreisverwaltung einen gewaltigen Beitrag geleistet“, lobt der Landrat die Leistungen seiner Angestellten und Beamten.

Es mussten oft von heute auf morgen neue Abteilungen geschaffen werden, ohne dass zusätzliches Personal dazu bereitstand. Darunter fallen das Impfzentrum, das Bürgertelefon, Durchführung von täglichen und nächtlichen Corona-Kontrollen sowie das Testzentrum – jedes dieser Instrumente hat maßgeblich an der Eindämmung der Pandemie mitgewirkt. Das Impfzentrum musste mit Gebäude sowie technischer und personeller Ausstattung innerhalb weniger Wochen einsatzbereit sein. Das Testzentrum wurde immer wieder neu strukturiert. Und die Feuertaufe des Bürgertelefons kam plötzlich und mit Telefonen, die niemals still standen.

Um diese Abteilungen in kürzester Zeit zu aktivieren, wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorübergehend oder langfristig auf neue Posten versetzt, sodass an anderen Stellen wiederum Arbeitskraft fehlte. Manche Tätigkeiten wurden auch zusätzlich zum normalen Arbeitsfeld geleistet. „Da auch das oft nicht reichte, sind wir sehr dankbar, dass von Stellen wie dem Deutschen Roten Kreuz, der Bundeswehr, der Arbeitsagentur oder dem Robert Koch-Institut regelmäßig eine Personalspritze zu bekommen war“, erklärte Landrat Johann Wimberg. Viele Sachbearbeiter seien auf ihren Posten unersetzbar und hätten daher eine Mischung aus Corona und ihrem Sachgebiet bearbeiten müssen.

Doch trotz erheblicher Verstärkung haben Bereiche durch fehlendes Personal nur eingeschränkt arbeiten können: die Jugendsozialarbeit, Schuleingangsuntersuchungen, Neuerdenbürgerbesuche, Baugenehmigungsverfahren oder die Öffentlichkeitsarbeit mussten zwangsläufig heruntergefahren werden. Auch die Begutachtungen nach dem Bundesteilhabegesetz im Gesundheitsamt und die damit verbundene Sachbearbeitung im Sozialamt waren betroffen. Das Gesundheitsamt arbeitete im Winter 2020/2021 zeitweise mit mehr als der dreifachen Mannschaft. Doch unter den Engpässen litten natürlich auch die Bürgerinnen und Bürger, die von den nur eingeschränkt angebotenen Dienstleistungen abhängig sind.

„Es wurde viel geopfert, viel Geld investiert und manche haben, wenn es hart auf hart kam, wochenlang kaum Zeit zuhause verbracht, wenn es die Pflicht erforderte. Ich weiß von Mitarbeitern mit über 350 Überstunden innerhalb eines halben Jahres. Das sind über 40 Tage, die in dieser Zeit mehr gearbeitet worden sind, zusätzlich zur 40 Stunden Woche“, zählt Landrat Johann Wimberg auf. „Ohne den Willen zur erheblichen Mehrarbeit, oft im ungewohnten Arbeitsumfeld, hätten wir als Kreisverwaltung diese Krise nicht abarbeiten können. Dafür danke ich jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter und allen weiteren Kräften, die die Kreisverwaltung in dieser Pandemie unterstützt haben“, so der Landrat abschließend.