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Pressemitteilungen

Artikel vom 04.06.2021 | zurück zur Übersicht

Verdienstkreuz am Bande an Dr. Hildegard Schnetkamp verliehen

Große Ehrung des Landes für vielfältiges Engagement für die Kultur im Oldenburger Münsterland

Dr. Hildegard Schnetkamp erhielt für ihr langjähriges Engagement für die Kultur im Oldenburger Land das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens. Landrat Johann Wimberg überreichte die Auszeichnung während einer Feierstunde im Cloppenburger Kreishaus. Foto: Sascha Rühl/LK Cloppenburg

Landkreis Cloppenburg. Das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens ist am Freitag an die erfolgreiche Unternehmerin und Unterstützerin der Kultur Dr. Hildegard Schnetkamp verliehen worden. In einer Feierstunde erklärte Landrat Johann Wimberg in einer Laudatio, „es ist mir eine Ehre und eine große Freude, sie und einen kleinen Kreis heute hier im Kreishaus zu dieser Ehrung begrüßen zu dürfen“. Wimberg dankte der Löningerin für die jahrzehntelangen Bemühungen in vielen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereichen. „Sie schaffen, sie machen und wollen dafür keine große Anerkennung“, sagte Wimberg. Dr. Schnetkamp sei eine Frau mit vielen unterschiedlichen Facetten.

„Dank der Leistungen, die Sie zusammen mit Ihrem Mann und auch der nächsten Generation erbrachten, haben mehrere hundert Menschen in Löningen seit vielen Jahren Lohn und Brot. Sie können ihre Zukunft planen, ihrem Arbeitgeber vertrauen, dass ihre Arbeitsplätze gesichert sind und am Ende profitiert nicht nur die Stadt Löningen von der Kaufkraft und ihren unternehmerischen Erfolgen, sondern auch der ganze Landkreis und das Oldenburger Münsterland. Ihre Leistungen in der Geschäftswelt, Ihr oft erwähnter Weitblick und Ihre Pionierleistung im Lebensmittelbereich stehen außer Frage“, betonte Wimberg gegenüber der Mitgründerin der Löninger Schne-Frost Unternehmensgruppe und späteren Mitgründerin der Dr. Schnetkamp Nahrungsmittel GmbH. Aber für ein Verdienstkreuz am Bande seien diese Verdienste nicht entscheidend, denn wer für eine Tätigkeit bezahlt werde, habe bereits einen Lohn erhalten.

Die Ehrung bekomme die 91-Jährige vor allem für ihre vielen ehrenamtlichen und unterstützenden Tätigkeiten. „Da trifft es sich gut, dass Sie ehrenamtlich so viel geleistet haben“, betonte der Landrat.

Und davon gab es eine ganze Menge, denn Dr. Hildegard Schnetkamp war, wie Landrat Johann Wimberg aufzählte, Teil des Hochschulrats der Uni Vechta, Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbands, Beiratsmitglied der Industrie- und Handelskammer Oldenburg sowie Vorstand der „Bischof Tenhumberg Stiftung“, die sich um die Unterstützung von Frauen kümmert, die nach einer Schwangerschaft in finanzielle Not geraten sind. Als Kuratoriumsvorsitzende der Arthena Foundation habe sich Dr. Hildegard Schnetkamp mit großem Einsatz um die Förderung zeitgenössischer Kunst gekümmert. Schließlich habe Sie mit der „Dr. Hildegard Schnetkamp Stiftung“ eine eigene Stiftung auf den Weg gebracht, die sich der Förderung kultureller Projekte in der Region angenommen habe.

So habe die Schnetkamp Stiftung im Jahr 2017 auch die Gründung des Jugendsymphonieorchesters Oldenburger Münsterland (Jusom) unterstützt und weiter gefördert. Das Orchester setzt sich zusammen aus ausgewählten Schülerinnen und Schülern der Musikschulen des Oldenburger Münsterlandes, die an der Seite von Profis jährlich mehrere Konzerte aufführen. Die nachhaltige Förderung und Entwicklung des Orchesters hat für die Stiftung einen besonderen Stellenwert.

Darüber hinaus bietet die Dr. Hildegard Schnetkamp Stiftung kostenlosen Gitarrenunterricht für Pädagogen in Kindergärten und Grundschulen an. Der zunehmende Musiklehrermangel ist schon seit längerem ein ernstes Problem. So hat die Stiftung in diesem Jahr erstmalig Kurzzeit-Stipendien vergeben, um Abiturientinnen und Abiturienten, die Musik studieren möchten, bei der Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung zu unterstützen, durch die Finanzierung von zusätzlichem Instrumentalunterricht.

In der Zeit der Corona-Pandemie legt die Stiftung besonderen Wert darauf, dass der Unterricht von freischaffenden Künstlern übernommen wird, um diese finanziell zu unterstützen.

„Die Förderung der Musik war Ihnen stets ein besonderes Anliegen. Vor allem durch die Gründung der „Dr. Hildegard Schnetkamp Stiftung“ haben Sie im Oldenburger Münsterland für die Unterstützung des musikalischen Nachwuchses gesorgt und dafür möchte ich in besonderer Weise Danke sagen“, so Landrat Johann Wimberg. „Sie haben für die Musikszene im Oldenburger Münsterland einen entscheidenden Beitrag geleistet und sich zusammen mit all ihren anderen Tätigkeiten im Sozialen, im Bereich der Wirtschaft oder der Kultur diese Auszeichnung verdient. Sie waren zur Stelle, haben sich nicht lange bitten lassen und in der Förderung junger Musiker besonderen Sinn und Wert erkannt“, lobte Landrat Johann Wimberg die Verdienste der Löningerin, bevor er das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens im Namen von Ministerpräsident Stefan Weil verlieh.

Dr. Hildegard Schnetkamp dankte Landrat Johann Wimberg für seine Laudatio und auch dem Ministerpräsidenten „für diese große Auszeichnung, die ich mit Freuden annehme. Ich nehme sie auch stellvertretend für die an, die bei dieser Stiftung mitgewirkt haben. Sie soll ein Ansporn sein für andere, etwas Gutes zu tun, für die Kinder und Jugendlichen im Oldenburger Land“. Sie wolle einiges Gutes zurückgeben. „Ich habe 1939 bis 1945 in Cloppenburg gewohnt. Ich habe sowohl bei den Schwestern unserer Lieben Frau als auch im damaligen staatlichen Gymnasium guten musikalischen Unterricht erhalten“, erinnerte sich Schnetkamp. „Ich bedanke mich ganz besonders bei meiner Tochter Monika, die geschäftsführender Vorstand der Stiftung ist, und bedanke mich bei unserer Referentin, Frau Popien. In der Stiftung zuständig für Musik und Bildung.“ Beide seien von Anfang an und bis heute in der Stiftung sehr aktiv. „Einen herzlichen Dank an euch und ich kann nur sagen: Wir machen es weiter so.“

Anschließend dankte die Geehrte Thomas Kossendey als Kuratoriumsmitglied „für viele gute Ratschläge, die uns auch wirklich weitergebracht haben.“

Staatsekretär a. D. Thomas Kossendey, langjähriger Präsident der Oldenburgischen Landschaft, gratulierte zu dieser besonderen Auszeichnung, die jährlich nur etwa zehn Personen bekämen. „Wir sind in besonderer Weise stolz, dass mit Ihnen eine Persönlichkeit geehrt wird, die wie wenige andere im Oldenburger Land verankert ist. Wegmarken ihres Lebens finden wir von der Nordsee bis zum Dümmer.“ Kossendey erinnerte an die Studienzeit in Wilhelmshaven, an einer Hochschule die auf Drängen der Gewerkschaften errichtet worden sei. „Aus dieser Hochschule haben Sie Ihren Weg über die Uni in Innsbruck ins Oldenburger Münsterland gefunden. Auch als Unternehmerin habe sie die Wissenschaft nie aus den Augen verloren, wie ihr Engagement für die Uni Vechta zeige. „Kultur musste aber immer dazu gehören. Immer wieder geht es ihnen darum, jungen Menschen den Zugang zu Kunst und Kultur zu erschließen – nicht nur in den Metropolen, sondern gerade auch im ländlichen Raum – der aus städtischer Sicht oft als „Provinz“ belächelt wird“, so Kossendey.

Dr. Hildegard Schnetkamp wisse, dass Musik die Entwicklung der Kinder fördere, die Lebensqualität und Lebensfreude steigere und man für eine starke Spitze eine breite Basis bauen müsse. „Und sie setzt das auch um. Sie ruft nicht nach dem Staat oder anderen, sie macht es selbst. Das war damals die Geburtsstunde der Schnetkamp-Stiftung – von eigenem Geld, ohne Bürokratie und 100 Prozent ehrenamtlich!“ Dr. Hildegard Schnetkamp sei bei allem gesellschaftlichen Engagement auch immer Mittelpunkt und Bindeglied in der Familie geblieben, befand Kossendey. 

Birgit Popien, Referentin der Hildegard Schnetkamp Stiftung verriet dem kleinen Kreis der Anwesenden, wie die Stiftung aktuell arbeite. „Corona hat uns einen Strich durch die Planung gemacht, die Kultur liegt brach“, bedauerte Popien. Gitarrenkurse gebe es weiterhin, eine Orchesterfahrt in den Zeugnisferien 2020 wurde ermöglicht, um die Zusammenarbeit der Musiker des Jugendsymphonieorchesters des Oldenburger Münsterlandes zu fördern. In diesem Jahr habe das JUSOM aber noch nicht zusammenkommen können, sagte sie.

Es gebe in Coronazeiten eine Zusammenarbeit mit dem Oldenburgischen Staatstheater, es stellte Kontakte zu freischaffenden Künstlern her, um sie durch die Stiftung fördern zu können. Auch geplant sei in diesem Jahr, kleine Ensembles in Klassenzimmern in Zusammenarbeit mit Musikland Niedersachsen auftreten zu lassen. Ein kostenloses Liederbuch für Eltern soll diese zum Vorsingen ermuntern.

Löningens Bürgermeister Marcus Willen dankte im Namen der Einwohnerinnen und Einwohner seiner Stadt. Denn die habe vom Wirken von Dr. Hildegard Schnetkamp erheblich profitiert und tue es auch heute noch. „Wie wichtig das Engagement in Bildung und Kultur ist, führt uns die Corona-Krise vor Augen. Hier wurden Lebensläufe von Kulturschaffenden zerstört, die schwer reparabel sein werden.“ In dieser Krise sei die Schnetkamp-Stiftung für die Löninger Grundschulen ein wertvoller Partner gewesen. „Ihr Engagement trägt dazu bei, dass wir nach dieser Krise mit anderen Augen auf die Kultur, ihre Notwendigkeit, ihre Funktion und Bedeutung für die gesamte Gesellschaft blicken werden“, sagte Willen. Als Beispiel nannte der Bürgermeister auch das Engagement direkt vor Ort bei Kirche und Kindergarten in Evenkamp.