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Pressemitteilungen

Artikel vom 01.03.2021 | zurück zur Übersicht

Geflügelpest-Ausbruch in zwei Putenbetrieben im Landkreis Cloppenburg

Landkreis Cloppenburg. In der Gemeinde Bösel und der Stadt Friesoythe wurden zwei weitere Ausbrüche der hochpathogenen Aviären Influenza mit dem Erreger H5N8 in Putenbetrieben nachgewiesen. Die Bestände befinden sich im bestehenden Sperrbezirk bzw. im derzeitigen Beobachtungsgebiet. Die Bestände mit 24.500 und 16.500 Puten wurden tierschutzgerecht getötet und geräumt.

Somit sind im Landkreis Cloppenburg bisher 23 Ausbruchsbetriebe mit insgesamt rund 346.800 Tieren (davon 261.800 Puten, 71.900 Hähnchen und 17.000 Enten) betroffen.

Der Landkreis Cloppenburg hat eine tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung zur Festlegung zweier Sperrbezirke und eines Beobachtungsgebietes zum Schutz gegen die Aviäre Influenza erlassen. Um die Betriebe mit dem positiven Virusnachweis werden als Restriktionsgebiete jeweils ein Sperrbezirk sowie ein Beobachtungsgebiet festgelegt. Als Sperrbezirk wird das Gebiet um den Seuchenbestand mit einem Radius von mindestens drei Kilometern festgelegt. Um die Sperrbezirke wird mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern um die Seuchenbestände ein Beobachtungsgebiet festgelegt.

Der Landkreis Cloppenburg weist darauf hin, dass in sämtlichen Sperrbezirken und Beobachtungsgebieten im Landkreis Cloppenburg die Teilausstallung untersagt ist.

Bei der hochpathogenen Aviären Influenza handelt es sich um eine hochansteckende und anzeigepflichtige Viruserkrankung bei Geflügel und anderen Vogelarten, die schnell epidemische Ausmaße annimmt, hohe Tierverluste verursacht und deren Ausbruch immense wirtschaftliche Folgen für alle Geflügelhalter, Schlachtstätten und verarbeitende Industrien haben kann. Die Festlegung der Restriktionsgebiete ist geeignet und erforderlich, um das HPAI H5-Virus schnell und wirksam einzudämmen. Vor dem Hintergrund weitreichender negativer Auswirkungen bei einer Verbreitung des Virus müssen einzelne Interessen hinter dem Wohl der Allgemeinheit zurückstehen.

Der Landkreis Cloppenburg hat des Weiteren eine tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung zur Anordnung eines Verbots der Wiedereinstallung zum Schutz gegen die Geflügelpest bei Nutzgeflügel angeordnet. Geflügelbestände innerhalb des Gebietes der Gemeinden Bösel, Cappeln, Emstek, Garrel, Molbergen, Lastrup und Lindern sowie der Städte Cloppenburg und Friesoythe dürfen frühestens 30 Tage nach einer Entfernung des Geflügels aus dem jeweiligen Bestand oder der jeweiligen Vogelhaltung oder im Falle leerstehender Gebäude oder Einrichtungen zur Haltung von Vögeln frühestens 30 Tage nach Inkrafttreten dieser Allgemeinverfügung wiederbelegt werden.

Das Wiedereinstallungsverbot gilt für Truthühner, die in Gefangenschaft aufgezogen oder gehalten werden.

Das hochpathogene Virus H5N8 wurde bereits in nunmehr 21 Putenbeständen verteilt auf fünf Gemeinden des Landkreises Cloppenburg und je in einem Entenbestand in der Gemeinde Garrel und einem Hühnerbestand in der Gemeinde Lastrup festgestellt. Es hat darüber hinaus mehrere Ausbrüche in Putenbeständen in mehreren Bundesländern gegeben. Die Eindämmung der Geflügelpest lässt sich nur erreichen, wenn neben der genauen Beachtung der Restriktionen im festgesetzten Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet und einer konsequenten Bekämpfung festgestellter Seuchenbestände die Populationsdichte in nennenswertem Umfang verringert werden kann. Die dadurch erreichten Abstandsvergrößerungen unter den Beständen erschweren dem Virus, sich weiter auszubreiten.

In betroffenen Städten und Gemeinden befinden sich außerhalb der festgelegten Restriktionsgebiete noch zahlreiche geflügelhaltende Betriebe mit Truthühnern. Aufgrund der Nähe zum bestehenden Restriktionsgebiet ist das Infektionsrisiko für diese Betriebe hoch – dies zeigt die aktuelle, hochdynamische Lage. Des Weiteren können neben den bereits bestehenden Sperr- und Beobachtungsgebieten durch die Einrichtung eines Wiedereinstallungsverbotsgebietes in den genannten Gemeinden weitere Restriktionszonen durch neue Ausbrüche mit zeitlichen Überlappungen vermieden werden. Die Vermeidung der Anordnung weiterer Restriktionszonen führt zu einer Entlastung der Betriebe, die ansonsten zum wiederholten Male von einer Restriktionszone betroffen wären. Die Anordnung ist daher aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung erforderlich.

Der Landkreis Cloppenburg weist darauf hin, dass die tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung zur Anordnung der Aufstallung von Geflügel zum Schutz gegen die Aviäre Influenza weiterhin gültig ist.

Sämtliches im Landkreis Cloppenburg gehaltene Geflügel (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse) ist in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenabgrenzung bestehen muss (Schutzvorrichtung), zu halten.

Im Landkreis Vechta in der Stadt Vechta ist heute ein Ausbruch der aviären Influenza (Geflügelpest) in einem Nutzgeflügelbestand amtlich festgestellt worden. Um den Sperrbezirk im Landkreis Vechta wird mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern um den Seuchenbestand ein Beobachtungsgebiet festgelegt. Das Beobachtungsgebiet reicht bis in den Landkreis Cloppenburg.