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Pressemitteilungen

Artikel vom 05.01.2021 | zurück zur Übersicht

BBS Technik erhält fast 315.000 Euro zum Aufbau einer Smart Factory

Roboter, AR-Brille und 3D-Drucker kommen zum Einsatz

An der BBS Technik Cloppenburg soll mithilfe von Robotern und modernsten technischen Geräten eine Smart Factory betrieben werden. Foto: BBS Technik

Landkreis Cloppenburg. Nutzung moderner Kommunikationswege, digitale Absprachen über Produktionsabläufe und der Einsatz von Robotern, hochauflösenden Kameras, 3D-Druckern und Augmented-Reality-Brillen beschäftigen die BBS Technik in Cloppenburg bei einem neuen Projekt mit Zukunftscharakter. Dabei handelt es sich um das Projekt „Keks 4.0“, durch das ein schul- und landkreisübergreifender Aufbau einer sogenannten Smart-Factory vorangetrieben wird.

Wozu braucht eine Berufsschule eine Smart Factory?

Damit soll den Berufsschülern anschaulich vermittelt werden, wie ein Produktionsprozess in der Industrie 4.0 aussehen kann. Damit bleibt sich die BBS Technik treu und gibt ihren Schülern Kenntnisse und Wissen mit in den späteren Beruf, um auch in den kommenden Jahren auf Innovationen gut vorbereitet zu sein und in ihren Betrieben mitreden zu können. Die Arbeit am „Keks“ ist nicht mit einer normalen Schülerfirma vergleichbar, auch weil das Land Niedersachsen eine sechsstellige Summe investiert.

Wozu Industrie 4.0?

Das Schlagwort Industrie 4.0 ist in aller Munde, doch über die Bedeutung und die Chancen der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung in der Produktion gehen die Meinungen auseinander. Die Berufsschulen stehen am Beginn der vierten industriellen Revolution vor den selben Fragen, wie die kleinen und mittelständischen Betriebe: Welche technischen Veränderungen kommen durch diese „Revolution“ auf mein Berufsfeld zu? Welche Chancen können für die betrieblichen Abläufe genutzt werden? Welche Kompetenzen brauchen dafür die Facharbeiter zukünftig? Neben den notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen stehen mindestens gleichrangig die Bildungsinvestitionen, denn die neuen technischen Ansätze benötigen einen breiten Wissenstransfer in die regionalen Betriebe, um die Innovationskraft zu erhalten. Für diesen Wissenstransfer haben die an diesem Projekt beteiligten Berufsschulen ideale Voraussetzungen, denn neben dem Berufsschulunterricht von Auszubildenden können sie auch die Weiterbildungsmodule für die regionalen Betriebe anbieten. Als sogenanntes Regionales Kompetenzzentrum werden also nicht nur die „Fachkräfte von morgen“ ausgebildet, sondern auch die „Fachkräfte für morgen“ weitergebildet.

Worum geht es bei Keks 4.0?

Durch die speziellen Stärken der beteiligten BBSn war schnell eine Produktidee skizziert: Die BBS Technik Cloppenburg produziert einen Keks, der in einem Behälter aus Kunststoff (Adolf-Kolping-Schule Lohne) mit einem Holzdeckel von der BBS Lingen verpackt wird. Das BZTG in Oldenburg überwacht die Produktion und bereitet die Produktdaten auf, die Handelslehranstalten Lohne übernehmen die kaufmännischen Aktivitäten wie Lagerhaltung und E-Commerce.

Was tut die BBS Technik für das Projekt?

In dem Projekt Keks 4.0 liegt der Beitrag der BBS Technik in der Produktion, der Verpackung und der Qualitätskontrolle der Kekse. Dabei sollen ein Fertigungsniveau und eine Dokumentation der Qualitätsvorgaben erreicht werden, die industriellen Vorgaben entsprechen. Dazu wird eine Fertigung, beginnend mit der Produktion der Kekse bis zum versandfertigen Roh-Produkt aufgebaut.

Welche Zukunftstechnologien kommen wie zum Einsatz?

Für die Entnahme der Backbleche aus dem Backofen wird ein kollaborierender Roboter verwendet, der das Backblech an einem Förderband abstellt. Danach folgt der serielle Transport zur Dekorationsstation, an der nach Kundenvorgaben Zuckerguss aufgebracht wird. Mittels hochauflösender Kamera wird anschließend die Endkontrolle für die Qualitätssicherung durchgeführt. Nach der Übergabe der dekorierten Kekse zum Folierungsautomat, werden die Kekse in Chargen unter Schutzatmosphäre in Folie luftdicht eingeschweißt und danach gewogen. Die in Folie eingeschweißten Keks-Chargen werden anschließend eindeutig beschriftet und für den Versand nach Lohne (Umverpackung in Kunststoffbox) in Kartons verpackt. Die fertigen Kartons werden in einem intelligenten Lagersystem bis zur Auslieferung zwischengelagert. Für die Verpackung und Zwischenlagerung kommen ebenfalls kollaborierende Roboter zum Einsatz. Falls bei Störungen in der Anlage oder bei Wartungsanlagen manuelle Eingriffe notwendig sind, sollen die „Service-Techniker“ durch AR-Brillen unterstützt werden, über die sie Bedienungsanleitungen und Handlungsempfehlungen eingeblendet bekommen können. Ersatzteile sollen sie mittels 3D-Scan und 3D-Druck selbst herstellen.

Welche Fachbereiche profitieren davon?

Beteiligt sind die Fachbereiche Berufliches Gymnasium Mechatronik, Fachoberschule Technik - Elektro, Fachkräfte für Lebensmitteltechnik, Mechatroniker und Berufsfachschule Informatik.

Wo kommt das Geld für dieses Projekt her?

Die BBS Technik erhält eine ordentliche Summe an Fördermitteln für ihr Projekt „Keks 4.0“. Ins Leben gerufen wurde es vom Land Niedersachsen. Die BBS Technik hat sich für dieses Projekt in Zusammenarbeit mit der BBS Lingen, der Adolph-Kolping-Schule Lohne und dem Bildungszentrum Technik und Gestaltung Lohne sowie den Handelslehranstalten Lohne beworben. Der Landkreis Cloppenburg als Schulträger der BBS Technik kümmerte sich um den Förderantrag seiner Schule. Mit Erfolg: Das Land hat 283.050 Euro an Fördermitteln bewilligt. Der Förderzeitraum läuft bis zum 31.12.2022. Mit den ersten Anschaffungen für die BBS Technik im Rahmen dieses Projektes ist in diesem Jahr 2021 zu rechnen. Neben kollaborierenden Robotern sollen unter anderem auch Transportbänder, ein Folierungsautomat und ein Laserbeschriftungsgerät angeschafft werden. Der Landkreis Cloppenburg beteiligt sich als Schulträger an diesem innovativen Projekt mit einem Eigenanteil von 31.450 Euro. Damit wird die BBS Technik für das Projekt Keks 4.0 durch die bereitgestellten Fördermittel und den zur Verfügung gestellten Eigenanteil des Schulträgers mit insgesamt 314.450 Euro unterstützt.