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Pressemitteilungen

Artikel vom 12.11.2020 | zurück zur Übersicht

Landkreis Cloppenburg ordnet die Aufstallung von Geflügel an

Landkreis Cloppenburg - Der Landkreis Cloppenburg hat heute (12. November) eine tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung zur Anordnung der Aufstallung von Geflügel zum Schutz gegen die Aviäre Influenza erlassen. Die Verfügung wird am Freitag veröffentlicht und tritt am Samstag ab 0.00 Uhr in Kraft.

Sämtliches im Landkreis Cloppenburg gehaltene Geflügel (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse) ist in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenabgrenzung bestehen muss (Schutzvorrichtung), zu halten.

Seit Ende Oktober 2020 kommt es zu zahlreichen Ausbrüchen der Geflügelpest bei Wildvögeln in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Hamburg und Niedersachsen. Am 04. und 09. November wurden Infektionen mit hochpathogener Aviärer Influenza vom Subtyp H5N8 bei Wildenten im Landkreis Cuxhaven sowie am 10. November bei Wildgänsen im Landkreis Wesermarsch festgestellt.

Eine vom Landkreis Cloppenburg durchgeführte Risikobewertung ergab, dass das Risiko für eine Einschleppung der hochansteckenden Tierseuche in das Kreisgebiet hoch ist. Im Landkreis Cloppenburg werden in rund 1350 Haltungen ca. 13 Mio. Stück Geflügel gehalten. Die durchschnittliche Geflügeldichte beträgt im Landkreis Cloppenburg ca. 9200 Stück Geflügel je km2. Im gesamten Landkreis ist ein vermehrtes Auftreten von Zugvögeln, insbesondere von Wildgänsen, zu beobachten und abgeerntete Maisfelder vorhanden, die Wildvögeln als Äsungsflächen dienen. Außerdem wurde berücksichtigt, dass im Landkreis Cloppenburg mehrere Flüsse, Seen und Feuchtgebiete vorhanden sind, an denen die genannten Wildvögel rasten.

Es ist nicht auszuschließen, dass die im Landkreis Cloppenburg umherziehenden Wildvögel mit hochpathogenem Influenzavirus infiziert sind. Das Risiko eines Eintrages von HPAI H5 in einen Hausgeflügelbestand besteht aufgrund der umherziehenden Wildvögel im gesamten Landkreis. Geflügel, das im Freiland gehalten wird, ist besonders gefährdet. Die Feststellung der Geflügelpest auch in einer Kleinsthaltung (Hobbyhaltung, Rassegeflügelhaltung) hätte durch die Einrichtung der Restriktionszonen (Sperrbezirk, Beobachtungsgebiet) enorme Einschränkungen bei der Vermarktung von Wirtschaftsgeflügel zur Folge.

Der Landkreis Cloppenburg ordnet daher die Aufstallung sämtlichen Geflügels im Kreisgebiet an. Ziel muss sein, direkte und indirekte Kontaktmöglichkeiten zwischen Geflügel und wilden Wasservögeln und natürlichen Gewässern auszuschließen.

Es ist damit zu rechnen, dass vermehrt erkrankte Wildvögel aufgefunden werden. Wichtig ist, dass die Tiere in Ruhe gelassen werden, um unnötige Stresszustände zu vermeiden. Katzen sollten ferngehalten werden. Auch wenn der aktuelle Geflügelpesterreger des Typs H5N8 oder H5N5 bisher nicht für den Menschen gefährlich ist, sollen tote oder lebende Tiere nicht von den Bürgern eingesammelt werden.

Seitens des Friedrich-Loeffler-Instituts wird darüber hinaus dringend Folgendes empfohlen:

Insbesondere muss bei Verdachtsfällen die unverzügliche Einleitung der diagnostischen Abklärung über den Hoftierarzt eigeleitet und die zuständige Veterinärbehörde verständigt werden. Bei Geflügel in Freilandhaltung dürfen Futterstellen für Wildvögel nicht erreichbar sein. Futter und Einstreu müssen vor Wildvögeln geschützt gelagert werden. Es darf auf keinen Fall mit Oberflächenwasser getränkt werden, sondern ausschließlich mit Leitungswasser. Die Aufstallung kann beispielsweise erfolgen, indem Ausläufe etwa durch engmaschiges Drahtgeflecht nach allen Seiten gegen das Eindringen von Wildvögeln geschützt werden. Diese Schutzvorrichtung muss dabei auch nach oben durch Planen oder Dächer gegen Koteintrag von Wildvögeln geschützt sein. Des Weiteren sollten der Stall oder der Auslauf nur in betriebseigener Schutzkleidung mit entsprechendem Schuhwerk betreten und auf das Händewaschen und das Reinigen und Desinfizieren von Fahrzeugen, Gerätschaften und Maschinen geachtet werden, wenn diese zwischen unterschiedlichen Haltungseinrichtungen eingesetzt werden. Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Seite www.tierseucheninfo.niedersachsen.de.

Zu beachten ist, dass im Schadensfalle Kürzungen der Entschädigungsleistungen der Tierseuchenkasse drohen, wenn Verstöße gegen tierseuchenrechtliche Bestimmungen festgestellt werden.