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Pressemitteilungen

Artikel vom 23.06.2020 | zurück zur Übersicht

Prädatorenschutzzaun im Vogelschutzgebiet sorgt für Bruterfolg bei Brachvögeln

Pflege der Barriere erfordert Engagement und Teamwork

Arbeiten für den Vogelschutz zusammen: Gebietsbetreuerin Jasmin Voß (vorne von links) und Carina Menke vom Umweltamt des Landkreises sowie die Landwirte Heinz Thoben (h.v.l.) Christian Stumborg und Wolfgang Dierkes. Foto: Sascha Rühl/Landkreis Cloppenburg

Landkreis Cloppenburg. Wiesenvögel wie der Große Brachvogel, die Uferschnepfe oder der Kiebitz sind zur Brutzeit in diesem Jahr erneut durch einen Prädatorenschutzzaun bei der Aufzucht ihrer Küken unterstützt worden. Im Vogelschutzgebiet V66 „Niederungen der Süd- und Mittelradde und der Marka“, das sich über die Niederungen an den namensgebenden Flussläufen im Landkreis Cloppenburg in den Gemeinden Molbergen, Lindern, Lastrup und der Stadt Löningen erstreckt, wurden vier Flächen mit insgesamt 30 Hektar mit Elektrozäunen umgrenzt. „Durch diesen Schutz bekommen die Vögel mehr Ruhe. Dadurch steigt die Chance, dass die Küken schlüpfen und die Anzahl der flüggen Küken pro Brutpaar kann sich erhöhen“, erklärt Jasmin Voß, Gebietsbetreuerin des Gelege- und Kükenschutzprojektes. Der Zaun mit vier Elektrodrähten halte kleine Raubtiere wie den Fuchs, den Marder oder den Hermelin erfolgreich davon ab, die Nester zu plündern, während ihn die Vögel mit ihren Küken jederzeit passieren können. Die Zäune unterstützen die Maßnahmen der Landwirte, die für den Wiesenvogelschutz beispielsweise die Mahd oder Maiseinsaat verzögern. Auch die Jäger tragen durch die aktive Prädatorenbejagung zur Bestandserhaltung der Vögel bei.

Zurückgehende Brutbestände und geringe Aufzuchterfolge der Wiesenvögel haben in den vergangenen Jahren zu einem erheblichen Rückgang der Bestandszahlen im Gebiet geführt. Der Prädatorenschutzzaun ist deshalb eines der wichtigen Mittel, um die Bestände im Raum des Vogelschutzgebietes zu sichern. „Die Vögel bleiben nur zur Brut hier und fliegen direkt im Anschluss wieder in ihr Winterquartier Richtung Süden“, betont Jasmin Voß. Auch bei ausbleibendem Bruterfolg werde nach nur kurzem Aufenthalt der Rückzug angetreten. Daher sei es wichtig, diese eine Chance im Jahr auf Nachwuchs so gut wie möglich zu unterstützen.

Das Gelege- und Kükenschutzprojekt wird von der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen gefördert und durch den Landkreis Cloppenburg organisiert. Die Prädatorenschutzzäune sind ein Teil davon. Vor Ort sorgt ein Betreuer, der Landwirt oder Jäger ist, für die Aufstellung und Instandhaltung der Barriere. „Einmal täglich wird kontrolliert, ob der Zaun Strom führt und sich Personen im Schutzgebiet aufhalten. Alle sieben Tage wird das Gras auf beiden Seiten des Zauns gemäht und für den Auf- und Abbau brauchen drei Leute einen ganzen Tag“, fasst Landwirt Christian Stumborg, der sich um eine der Flächen kümmert, die nötige Arbeitsleistung zusammen. Kontrolle sei wichtig, da Spaziergänger die abgemähten Flächen entlang des Zauns oft irrtümlich für Wanderwege hielten. Dabei sei es enorm wichtig, die Vögel nicht zu stören. Die Betreuer bekommen für ihre Leistung und die Bewirtschafter der Flächen für entgangene Einkünfte, die das Grünland bringen würde, eine Entschädigung.

Von Mitte März bis Ende Mai waren die Grünflächen zur Brutzeit umzäunt, ein letzter Bereich wird nun wieder für die Landwirtschaft freigegeben. „Wir sind sehr dankbar, dass sich die Landwirte und Jäger so engagieren. Damit tragen sie einen wichtigen Teil zum Artenschutz bei“, sagt Carina Menke vom Umweltamt des Landkreises Cloppenburg. Im kommenden Jahr will der Landkreis das Projekt erneut organisieren, sofern es weiter gefördert wird.