Aktuelles & Presse

Hier finden Sie Aktuelles wie Ausschreibungen, Bekanntmachungen, Presseartikel, Standorte der Geschwindigkeitsmessung etc. des Landkreises Cloppenburg ...

Die Abteilungen 51.2 - Unterhaltsvorschuss und 51.3 - Beistandschaften bleiben vom 25.11.2019 bis zum 06.12.2019 für den Kundenverkehr (Vorsprachen in den Sprechzeiten + Telefon) geschlossen. Die Erreichbarkeit per Email ist gewährleistet.

Aufgrund einer internen Schulung sind die Nebenstellen der KFZ-Zulassungsbehörde in Löningen und Friesoythe am 10.12.2019 geschlossen. Die Zulassungsbehörde in Cloppenburg ist von der Schließung nicht betroffen und am 10.12.2019 ist in der Zeit von 7.30 Uhr bis 15.00 Uhr durchgängig für den Publikumsverkehr geöffnet.

Frank Beumker
Tel: 04471/15-635
Fax: 04471/15100
Raum: 1.084
Sascha Sebastian Rühl
Tel: 04471/15-447
Fax: 04471/85697
Raum: 1.084

Kreishaus
Eschstraße 29
49661 Cloppenburg

Telefon: 04471 / 15-0

montags - freitags:
08.30 Uhr bis 12.30 Uhr
und nach Vereinbarung

Pressemitteilungen

Artikel vom 20.11.2019 | zurück zur Übersicht

Kindertagespflege im Landkreis ist auch Männersache

Aufruf zu mehr männlichen Rollenvorbildern

Haben viel Spaß an ihrem gemeinsamen Beruf: Die Tageseltern Ingo und Inna Arlt.
Großprojekt im Außenbereich: Ingo Arlt arbeitet an einem Spiel-Piratenschiff, das den Kindern im nächsten Sommer Freude bereiten soll.

Landkreis Cloppenburg - Rund 200 Tagesmütter betreuen aktuell im Landkreis Cloppenburg Kinder ab dem ersten Lebensjahr. „Sie leisten seit Jahrzehnten pädagogisch sehr wertvolle Arbeit. Aber wir begrüßen Tagesväter und würden uns mehr wünschen“, betont Birgit Hannes-Möller, Leiterin des Kindertagespflegebüros, anlässlich des Weltkindertags am 20. November. Nur fünf Tagesväter arbeiten aktuell im Landkreis. „Drei bieten zusammen mit ihren Frauen eine Großtagespflege mit acht bis zehn Kindern.“

Ein solches Tandemangebot bieten seit Anfang November Ingo und Inna Arlt. Der 42-Jährige hat sich entschieden, das Cockpit eines Lasters gegen den gemütlichen Spielraum im eigenen Zuhause zu tauschen, in dem seine Frau Inna nach einem Quereinstieg seit zwei Jahren Kindertagespflege anbietet. „Der Job gibt wirklich was zurück. Das ist jetzt etwas ganz anderes nach 13 Jahren. Hier bekommt man bei guter Arbeit sofort positives Feedback, wenn die Kinderaugen strahlen. Das macht echt Spaß“, freut sich der Cloppenburger. Er ließ sich überreden, in der Elternzeit den ersten Teil des Zertifikatslehrgangs zu absolvieren. Bereits nach einem halben Jahr darf man qualifizierungsbegleitend als Kindertagespflegeperson tätig werden. „Ich wollte eigentlich nur, dass wir beide auf einer Erziehungsebene stehen“, erinnert sich Inna Arlt, die ursprünglich mit einer Kollegin in der Tagespflege arbeiten wollte und sich dann für ihren Mann als Kollegen entschied. „Die Eltern und vor allem die alleinerziehenden Mütter haben sich tierisch gefreut.“ Manche Kinder, auch Mädchen, würden fast nur mit Ingo spielen wollen.

Oft fehlt es Kindern bis zum Beginn der mittleren Reife an männlichen Rollenvorbildern, mahnt Birgit Hannes-Möller: „Ende der 90er Jahre wurde von der EU eine Quote von 20 Prozent an Männern im Kita-Bereich empfohlen, heute sind wir in Deutschland bei 5,85 Prozent. Gerade bei alleinerziehenden Müttern besteht der Wunsch nach einem Mann als Betreuer für Jungs. Aber auch Mädchen brauchen einen männlichen Ansprechpartner.“ Viele Eltern würden sich gezielt nach einem der wenigen Tandems aus Tagesmutter und Tagesvater erkundigen.

Dass die Kindertagespflege im Landkreis Cloppenburg mittlerweile durch eine wachsende Anzahl männlicher Tagespflegepersonen gekennzeichnet ist, freut auch den stellvertretenden Amtsleiter des Kreisjugendamtes Stephan Trenkamp. „Es ist toll, dass wir mit unseren Rahmenbedingungen in der Kindertagespflege die Tätigkeit auch für quereinsteigende Männer immer attraktiver machen können. Als Anreiz bieten wir hochwertige Qualifizierungskurse und vielfältige Möglichkeiten, wie eine Tagespflegeperson die eigene Arbeit für Kinder verschiedener Altersstufen gestalten kann.“

Das Kreisjugendamt hatte den zunehmenden Bedarf an vielfältiger Betreuung und Förderung von Kindern als zuständiger Träger der öffentlichen Jugendhilfe gesehen und darauf reagiert. Mit der Beitragsfreiheit in den Kindergärten wurde im Landkreis Cloppenburg die ergänzende Kindertagespflege ebenfalls beitragsfrei gestellt. Davon profitieren Kinder im Kindergartenalter, die nur einen Vor- oder Nachmittagsplatz im Kindergarten bekommen können, aber darüber hinaus Betreuung brauchen.

Der Alltag des Cloppenburger Paares besteht aus Kochen, Spielen, dokumentieren, Basteln und Aufräumen. Dazu werden in der Freizeit zahlreiche Projekte angeschoben. „Inna hat die Ideen und ich führe sie aus“, verrät Ingo, der bis zum nächsten Sommer ein hölzernes Piratenschiff im Garten fertiggestellt haben möchte. Auch die Garderobe der Kinder und die Möbel im Wickelraum sind Eigenanfertigungen des Paares. „Zukunftsprojekte haben wir viele. Wir arbeiten auch noch an einem Kreativraum.“ Den Schritt in die gemeinsame Selbstständigkeit bereuen beide nicht. Mit der Bezahlung für den fordernden Job ist das Paar zufrieden. „Man kann gut davon leben.“

Das Klischee vom schlechtbezahlten Job in der Kindertagespflege stimmt heute nicht mehr, denn es gibt auch finanzielle Anreize, verrät die Leiterin des Kindertagespflegebüros Hannes-Möller. „Man verdient bei voller Auslastung mit fünf Kindern, fünf Werktagen und täglich acht Stunden bis zu 4000 Euro brutto. Dazu gibt es steuerliche Vorteile und der Landkreis Cloppenburg übernimmt die Unfallversicherung zu 100 und die Renten- und Krankenversicherung zu 50 Prozent.“ Eine solche Bezahlung sei auch für Männer attraktiv.

Zusammen betreuen die Arlts acht Kinder. „Wir haben eines unserer eigenen Kinder bei einer Tagesmutter, wir schätzen auch die Vorteile“, sagt Ingo und Inna ergänzt: „So lernen die Kinder auch was anderes kennen, andere Regeln, haben soziale Kontakte und sind nicht auf die Eltern fixiert.“ Den Job nur darauf zu reduzieren, die Kinder in der Abwesenheit der Eltern zu beschäftigen, hält Ingo nicht für gerecht. „Wir beobachten und analysieren. Wir wollen das Kind in der Entwicklung da abholen, wo es steht, um seine Stärken zu fördern. Da sich die Kinder ständig weiter entwickeln, muss auch unser Konzept ständig angepasst werden.“

„Wir finden es wichtig, dass die Kinder beide Geschlechter als Ansprechpartner haben können. Um den Rechtsanspruch auf Betreuung weiter zu erfüllen, brauchen wir weitere gut ausgebildete Kindertagespflegepersonen und damit auch Männer.“ Nur so sei es auch zukünftig möglich, dass Kinder wie jetzt „qualitativ gefördert, erzogen, betreut und gebildet“ werden können. Der besonders kinderreiche Landkreis Cloppenburg hat „immer Bedarf“, erinnert Birgit Hannes-Möller und weist zudem auf den nächsten mehrmonatigen Zertifikatslehrgang hin, der am 22. November bei der VHS beginnt. Weitere Informationen dazu unter Telefon 04471/946926.