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Pressemitteilungen

Artikel vom 30.10.2019 | zurück zur Übersicht

Landräte Wimberg und Winkel besuchen Estland zum Thema Digitalisierung

Delegation besucht mit Uni Vechta Tallinn

Die Deutsche Botschafterin in Estland, Christiane Hohmann, empfing die Landräte Johann Wimberg und Herbert Winkel.

Wenn es um Digitalisierung geht, gehört Estland weltweit zu den führenden Nationen. Die Landräte Johann Wimberg (Cloppenburg) und Herbert Winkel (Vechta) besuchten nun das Land im Baltikum zusammen mit dem Universitätspräsidenten Prof. Dr. Burkhardt Schmidt und einer Delegation beider Kreisverwaltungen sowie der Universität Vechta, um sich über die Erfahrungen und Fortschritte der Digitalisierung im öffentlichen Bereich zu informieren. 

Die Universität hatte im Rahmen des Projektes „Smart Region“ den Besuch in der estnischen Hauptstadt Tallinn organisiert. „Wir waren beeindruckt, wie fortschrittlich und entschlossen man in Estland die Digitalisierung erfolgreich vorangebracht hat“, erklärte Landrat Johann Wimberg. Aus Sicht des Vechtaer Landrates Herbert Winkel habe Estland damit Vorbildfunktion für die deutsche Verwaltungslandschaft: „Dabei geht es nicht nur darum, wie die Umstellung auf digitale Verwaltung ganz konkret funktioniert. Es geht auch darum, unsere Mitarbeiter in diesen Prozess optimal einzubinden.“

Nach einem Empfang durch die Deutsche Botschafterin informierten sich die Landräte in der E-Governance Academy, beim E-Estonia Briefing Centre und am Lehrstuhl für E-Governance an der Technischen Universität Tallinn über Möglichkeiten der Verwaltung, Papier, Arbeit und letztendlich damit auch Geld durch die Digitalisierung von Prozessen einzusparen. 

Gleichzeitig können den Bürgerinnen und Bürgern durch moderne Technik Behördengänge erspart werden, wenn sich manche Prozesse leicht im Internet erledigen lassen. Besonders beeindruckt zeigten sich die Angehörigen der Kreisverwaltungen von der Möglichkeit, den Personalausweis des Landes auch als Führerschein oder Krankenkassenkarte zu nutzen. Zusammen mit Passwörtern bestätigt er Identitäten auch Online. „Und dazu ist es stets transparent, wer auf die Daten zugreift und warum, weil dazu immer einer Freigabe erforderlich ist“, berichten die Landräte. Über die Möglichkeiten der vielfältigen digitalen Service-Angebote würden die Einwohner in Schulungen informiert. „Das ist bemerkenswert, wie gut organisiert das ist.“

Die in Estland gemachten Erfahrungen sollen nun auch den Einwohnern des Oldenburger Münsterlandes zu Gute kommen. „Der Landkreis Cloppenburg hat mit der neu geschaffenen Stabsstelle Digitalisierung, die demnächst erweitert wird, ein neues Schwerpunktthema gesetzt“, erklärt Wimberg. Als nächstes soll die Kfz-Zulassung im Internet ermöglicht werden. Winkel lenkt den Blick derweil auf die Schulen: „Klassenräume mit digitalen Medien auszustatten, ist nur die halbe Miete. Genauso wichtig sind methodische und didaktische Kompetenzen. Der Landkreis Vechta wird daher gemeinsam mit der Universität Vechta ein Medienkompetenzzentrum einrichten.“ Im Landkreis Cloppenburg wird dies durch das bereits vorhandene Medienzentrum wahrgenommen, das zusammen mit dem Science Shop der Universität Vechta an der Bahnhofstraße in Cloppenburg eingerichtet ist.

Die drei Kooperationspartner wollen nun überlegen, wie die Erkenntnisse der Reise auch auf kommunaler Ebene genutzt werden können. Dazu waren auch die Zuständigen der Initiative „Smart Region” Teil der Delegation des Oldenburger Münsterlandes. Eine „Smart Region“ ist eine Region, in der durch Einsatz innovativer Technologien intelligente, effiziente und nutzerfreundliche Lösungen für Verwaltung, Infrastruktur, Gebäude, Mobilität, Dienstleistungen, Bildung oder Sicherheit bereitgestellt werden.

In Sachen Digitalisierung habe Deutschland noch erheblichen Aufholbedarf zu Estland. „Die Bundesrepublik ist viel zu wenig digitalisiert und noch immer zu papierlastig. Der Fortschritt lässt in diesem Bereich leider auf sich warten”, erklärte Wimberg. „Der Ausbau der dazu erforderlichen Infrastruktur mit flächendeckenden Mobilfunk- und Glasfasernetzen kommt immer noch zu schleppend voran“, beklagt der Cloppenburger Landrat. In Estland gebe es ein Grundrecht auf Internet, das in der Verfassung des Landes verankert ist. Unterstützung bekommt Wimberg dabei von seinem Amtskollegen aus dem Landkreis Vechta. „Die Landkreise Cloppenburg und Vechta müssen Investitionen in Millionenhöhe auf den Weg bringen, damit der ländliche Raum den Anschluss an die Digitalisierung nicht verpasst“, unterstreicht Landrat Herbert Winkel. 

Auf dem weiteren gemeinsamen Programm in Tallinn stand unter anderem auch der Besuch eines Gymnasiums, das als deutsche Profil-Schule ausgerichtet ist. Darüber hinaus gab es auch ein Gespräch mit dem Estländischen Städte- und Gemeindebund.