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Pressemitteilungen

Artikel vom 24.10.2019 | zurück zur Übersicht

Gesundheitsversorgung verbessern!

Landkreis Cloppenburg Vorbild für Weser-Ems

Mit dem Projekt „Gemeindenotfallsanitäter“ profiliert sich der Landkreis Cloppenburg als Vorreiter für die Verbesserung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Er ist damit in die Liste der sogenannten „Best Practices“, der mustergültigen Beispiele, aufgenommen, die für den gesamten Weser-Ems-Raum jetzt erstellt worden ist.

Ziel ist es, bei Bedarf schnelle und qualifizierte Hilfe durch staatlich geprüfte Sanitäter zu leisten, ohne dass immer ein Notarzt vor Ort sein muss. „Davon versprechen wir uns eine bedarfsgerechte und deutlich schnellere Versorgung hilfsbedürftiger Menschen in der Fläche und gleichzeitig eine Entlastung für unsere oft hoch belasteten Notärzte“, formuliert Landrat Johann Wimberg den Anspruch und geht dabei für viele seiner Kollegen in Weser-Ems mit gutem Beispiel voran. Die Verbesserung der medizinischen Versorgung ist eines ihrer zentralen gemeinsamen Ziele.

Hintergrund für die Zusammenarbeit ist der Plan, wichtige Versorgungsleistungen für die Bevölkerung besser zu koordinieren und möglichst zu optimieren. Verwaltungsgrenzen sollen dabei keine Rolle spielen. Was zählt sind Qualität und räumliche Nähe.

Unter dem Motto „Bündnis Innovation in der Daseinsvorsorge“ hat sich die Arbeitsgemeinschaft der Landkreise und kreisfreien Städte in Weser-Ems vier Themen auf die Fahnen geschrieben. Das Thema Gesundheit und Pflege steht dabei ganz oben auf der Agenda.

„Dabei müssen wir das Rad nicht ständig neu erfinden“, freut sich Landrat Jörg Bensberg als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft. „Das Projekt im Landkreis Cloppenburg ist eines von vielen guten Beispielen, deren weitere Übertragbarkeit wir gerade prüfen. Damit kommen wir vielleicht schon sehr schnell zu guten Lösungen.“

Der Gemeindenotfallsanitäter ist ein ganz wichtiges, aber nicht das einzige Projekt, das die Region in die Liste guter Beispiele aufgenommen hat. Basierend auf dem im Jahr 2018 für Weser-Ems präsentierten Masterplan „Innovation in der Daseinsvorsorge“ sollen Projekte aus allen vier Themenfeldern erfasst und möglichst breit übertragen werden. Neben dem Thema „Gesundheit und Pflege“ wird auch an den Themen „Mobilität“, „Wohnen“ und „soziales Miteinander“ gearbeitet.

„Wenn wir angesichts der Bevölkerungsentwicklung die Qualität der Daseinsvorsorge nicht nur halten, sondern möglichst noch verbessern wollen, dann brauchen wir neue, innovative Lösungen. Die Digitalisierung kann dabei helfen, der Mensch muss aber immer im Mittelpunkt stehen“, bringt Dieter Meyer, Leiter der eigens eingerichteten Servicestelle, seinen Auftrag auf den Punkt.

Dazu haben er und sein Team insgesamt 13 Veranstaltungen in allen interessierten Landkreisen und Städten der Region durchgeführt, an denen insgesamt etwa 700 Personen aus den vier Handlungsfeldern teilgenommen haben. Ziel war es, den Masterplan vorzustellen und den besonderen Handlungsbedarf vor Ort zu ermitteln. Außerdem sollten Beispiele für erfolgreiche Lösungen identifiziert werden. Rund 160 solcher guten Beispiele wurden im Zuge der Veranstaltungen identifiziert – ein Zeichen für Meyer, „dass in Weser-Ems bereits ein umfangreiches Wissen und eine hohe Expertise vorhanden sind. Es muss nur genutzt werden!“

Viele der Beispiele wie „Wir für euch - Altwerden in Vrees“, das Nachbarschaftsprojekt „Wi helpt di“ in Dötlingen oder das „macher“-Projekt aus dem Emsland zeigen dabei deutlich, dass bürgerschaftliches Engagement einen zentralen Schlüssel für die Sicherung einer guten Daseinsvorsorge darstellt.

Damit sehen sich die Verwaltungschefs aber nicht aus ihrer Verantwortung entlassen – im Gegenteil: Neben einem Pflegeportal sollen unter anderem Grundlagen für einen breiten Einsatz der Telemedizin geschaffen werden, um auch entlegene Orte hochwertig zu versorgen. Außerdem soll ein regionsweites Schiene-Bus-Grundnetz entstehen, das dann die Basis für örtliche bzw. teilregionale ÖPNV-Ergänzungslösungen wie beispielsweise Bürgerbusse bilden kann. Ein Haltestellenkataster sowie die Sicherung der Einhaltung der Vorschriften zur Barrierefreiheit gehören auch dazu.

Über alle Themenfelder hinweg spielen Informationsaustausch und Wissensvernetzung eine entscheidende Rolle. Das haben die Veranstaltungen eindrucksvoll gezeigt. Mehr als 100 Best-Practice-Beispiele aus Weser-Ems können auf der Internetseite www.weser-ems.eu im Sinne dieses Informationsaustausches und der Wissensvernetzung mit den dazugehörigen Ansprechpersonen eingesehen werden.

Nicht zuletzt haben die Projektverantwortlichen auch das Ziel, die Finanzierbarkeit der notwendigen Maßnahmen zu erleichtern. Im regionalen Verbund rechnen sie sich deutlich bessere Chancen aus, bei entsprechenden nationalen und europäischen Förderprogrammen berücksichtigt zu werden.