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Pressemitteilungen

Artikel vom 19.05.2017 | zurück zur Übersicht

Migrantische Ökonomie für ländliche Kommunen

Neues Projekt startet im Landkreis Cloppenburg in Zusammenarbeit mit der HAWK - Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen

Projektbetreuerin: Jackelinne Gomes de Alvarenga
(Foto: Duygu Demirkol)

Landkreis Cloppenburg - Migrantische Gründungen und Bestandsunternehmen werden in ländlichen Regionen kaum wahrgenommen. Dabei schaffen sie Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung, beleben die Innenstädte, leisten Beiträge zur Integration und sind damit angesichts des demografischen Wandels wichtig für die nachhaltige Entwicklung. Ziel des Projekts „MiGOEK - Migrantische Ökonomie für ländliche Regionen“ ist es, Gründerinnen und Gründern sowie Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund eine adäquate Ansprache, Beratung und Unterstützung zu bieten. Ein weiteres Ziel ist, durch Beratung und Workshops die interkulturelle Öffnung und Kompetenz von Verwaltung und Wirtschaftsorganisationen zu steigern.

Der Landkreis Cloppenburg führt das inter- und transdisziplinäre Verbundprojekt in Zusammenarbeit mit der HAWK und den Landkreisen Holzminden und Werra-Meißner durch.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Vorhaben im Rahmenprogramm Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA), Fördermaßnahme „Kommunen innovativ“ ab 1. April für insgesamt 3 Jahre mit rund 450.000 Euro.

In Cloppenburg ist Jackelinne Gomes de Alvarenga bei der Stabstelle Wirtschaftsförderung der Kreisverwaltung für das Projekt zuständig.

Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Leonie Wagner von der HAWK in Holzminden und Prof. Dr. Lahner von der Göttinger Fakultät Ressourcenmanagement. Wissenschaftlich koordiniert wird das Projekt von Dr. Anke Kaschlik.

Um das Projektziel zu erreichen, sollen zunächst innovative Lösungswege und Instrumente in „Reallaboren“ mit lokalen Akteurinnen und Akteuren erprobt und erforscht werden. Einbezogen werden Verwaltung, lokale Politik, Organisationen wie Kammern, Verbände, Migrantenorganisationen und Integrationsförderung sowie (potentielle) Gründer/-innen und Unternehmer/-innen.

Auf Grundlage der empirischen Erhebung und der Auswertung der Reallabore wollen die Projektbeteiligten zeigen, wie die Potentiale migrantischer Unternehmen für eine nachhaltige Entwicklung und Stärkung kleiner Städte und ländlicher Regionen genutzt werden können. Dabei sollen nur bedingt neue Strukturen und Angebote geschaffen werden. Vielmehr werden vorhandene Angebote mit innovativen Ansätzen verknüpft und damit die Angebote verbessert. Mit Hilfe von mobilen Beratungsangeboten werden die spezifischen Bedarfe migrantischer Unternehmen und Gründer/-innen in ländlichen Räumen berücksichtigt. Gleichzeitig wird untersucht, in welcher Form ein dauerhaftes Beratungs- und Fortbildungsangebot umgesetzt werden kann.

Zur Zielgruppe gehören bestehende Betriebe, die durch Beratung und Fortbildung in ihrer Wettbewerbsfähigkeit und mit Blick auf ihre Wachstumschancen gestärkt bzw. in wirtschaftlichen oder administrativen Fragen unterstützt werden können. Ebenfalls bedeutend sind in diesem Zusammenhang verbesserte Zugänge zu Verwaltung und Unternehmensnetzwerken. Entscheidende Multiplikatoren und „Türöffner“ sind an dieser Stelle Migrantenorganisationen. Das Vorhaben zielt zudem auf die Aktivierung und Orientierung von Migrantinnen und Migranten, die eine tragfähige Existenzgründung planen oder für die Zukunft in Erwägung ziehen.

Die Ergebnisse sollen unter anderem in Veröffentlichungen und ein Online-Angebot einfließen, um auch anderen Regionen die Möglichkeit zu geben, die Erkenntnisse für sich zu nutzen.

Kontakt:

Projektbetreuerin
Jackelinne Gomes de Alvarenga
Telefon: 04471/15-680
E-Mail: migra-exist@lkclp.de