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Pressemitteilungen

Artikel vom 14.03.2014 | zurück zur Übersicht

Leitfaden "Ich finde nicht zurück!" vorgestellt

Foto (von links): Aloys Freese, Pius-Stift Cloppenburg, Christian Drees, Wille und Partner, Dennis Klammt, Cura Vitalis Cloppenburg, Walter Sieveke, Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, Martin Richter, Landkreis Cloppenburg

Landkreis Cloppenburg - Zur Präsentation des Leitfadens "Ich finde nicht zurück!" hatte der Arbeitskreis "Vermisste Bewohner" die Leiter der Altenpflegeeinrichtungen sowie Vertreter der ambulanten Pflegedienste, der Krankenhäuser und weiterer betroffener Institutionen ins Kreishaus Cloppenburg eingeladen.

Christian Drees, Leiter Qualitätsmanagement im Verbund Wille und Partner und Mitglied des Arbeitskreises, wies eingangs darauf hin, dass immer mehr Menschen in Altenpflegeeinrichtungen aufgenommen werden, die hochgradig dement sind. Die Fachkräfte in den Pflegeeinrichtungen hätten somit immer häufiger mit Bewohnern zu tun, die aufgrund einer demenziellen Veränderung einen Bewegungsdrang entwickeln und desorientiert seien. Die betroffenen Bewohner gefährdeten sich selbst und möglicherweise auch andere, wenn sie unbeobachtet die Einrichtung verlassen würden. Schon die Möglichkeit einer Gefährdung, erst recht die Gefahren im Falle des unbegleiteten Verlassens führten zu großen Belastungen nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch bei den Angehörigen und vor allem auch bei den sich sorgenden Pflegekräften.

Vor diesem Hintergrund sei aus der Heimleiterkonferenz des Landkreises Cloppenburg heraus der Arbeitskreis gegründet worden, der sich zum Ziel gesetzt habe, Lösungen zu finden, damit alle Beteiligten sicherer mit einer derartigen Problemsituation umgehen könnten. Im Ergebnis sei ein Leitfaden entwickelt worden, der nun präsentiert werden könne.

Aloys Freese, Pflegedienstleitung im Pius-Stift Cloppenburg, stellte den ersten Teil des Leitfadens vor. Der Teil befasse sich unter anderem mit vorsorgenden Möglichkeiten (u.a. Prüfung Nebenwirkung der Medikamente auf den Bewegungsdrang, individuelle Betreuung und Beschäftigung, Fotos von Bewohnern im Eingangsbereich als Hilfe für die Mitarbeiter), damit ein desorientierter Bewohner die Einrichtung möglichst gar nicht unbegleitet verlasse. Bei absehbaren Tendenzen sei wichtig, die Angehörigen zu informieren und in die Prozesse einzubeziehen. Freese machte aber auch deutlich, dass die Einrichtungen der allgemeinen Altenpflege offene Häuser seien und ein Bewohner die gleichen Freiheitsrechte wie jeder andere Bürger habe. Angesichts dessen könne bei bester Vorsorge nie gänzlich ausgeschlossen werden, dass ein desorientierter Bewohner das Haus unbegleitet verlasse.

Im Weiteren trug Drees den zweiten Teil des Leitfadens vor, welcher für den Fall entwickelt worden sei, dass ein Bewohner tatsächlich vermisst werde. Dabei sollen unter anderem die internen Abläufe und die Kommunikation zwischen den Pflegeeinrichtungen und den Polizeidienststellen optimiert werden. Eine abgestimmte Vorgehensweise sei für das schnelle und wohlbehaltene Auffinden der vermissten Bewohner wichtig.

Für die Heimaufsicht des Landkreises warb Gabriele Schröder für eine kreisweite und möglichst umfängliche Umsetzung des Leitfadens samt Anlagen in die Qualitätshandbücher der Einrichtungen. Der Leitfaden sei von Praktikern aus den Heimeinrichtungen, der Polizei und der Heimaufsicht entwickelt und intensiv abgestimmt worden; dabei hätten Praktikabilität und Effektivität auf allen Seiten eine entscheidende Rolle gespielt. Zudem biete der Leitfaden auch anderen Einrichtungen Anhaltspunkte für ein richtungweisendes Vorgehen mit desorientierten Menschen mit Bewegungsdrang.

Walter Sieveke, Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, unterstützte die Ausführungen von Schröder aus polizeilicher Sicht. Der Leitfaden biete bei der Umsetzung in den Pflegeeinrichtungen beste Aussichten, dass es möglichst gar nicht zur akuten Gefahrensituation komme, im Krisenfall aber alle Abläufe in sich griffen und der Sucherfolg umso wahrscheinlicher werde.