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Artikel vom 07.02.2014 | zurück zur Übersicht

Veterinäramt mahnt Schweinehalter zur Seuchenvorsorge

Landkreis Cloppenburg - Nachdem in Litauen an der Grenze zu Weißrussland bei verendeten Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt worden ist, fordert das Veterinäramt des Landkreises Cloppenburg alle Schweinehalter zur strikten Einhaltung von Hygienemaßnahmen auf. Die Seuchenvorsorgemaßnahmen sind nach Einschätzung der Kreisveterinäre dringend geboten, weil das Virus nun auch die Europäische Union erreicht hat.

Bei der Afrikanische Schweinepest handelt es sich um eine fieberhafte, hochansteckende Viruserkrankung der Schweine mit seuchenhaftem Verlauf und hoher Sterblichkeit. Der Mensch und andere Haustierarten können nicht an der Seuche erkranken. Klinisch ist die Afrikanische Schweinepest nicht von der Klassischen Schweinepest (KSP) zu unterscheiden.

Die meisten Neuausbrüche in vorher nicht betroffenen Regionen sind auf die Verfütterung von Speiseabfällen aus infizierten Gebieten zurückzuführen, erläutert Veterinäramtsleiter Dr. Karl-Wilhelm Paschertz. Insbesondere Wildschweine könnten sich mit Speiseresten infizieren, die von Reisenden an Autobahnparkplätzen achtlos weggeworfen würden. Darüber hinaus bestehe das Risiko, dass das Virus durch nicht gründlich gereinigte und desinfizierte Transportfahrzeuge, die im internationalen Viehhandel eingesetzt würden, eingeschleppt werde.

Dr. Paschertz empfiehlt deshalb allen Schweinehaltern die konsequente Einhaltung von Hygienemaßnahmen, die in der Schweinehaltungshygieneverordnung festgelegt sind. Durch diese Maßnahmen könne die Gefahr der Einschleppung nicht nur der Afrikanischen Schweinepest, sondern aller auf Schweine übertragbarer Krankheiten stark minimiert werden, so der Leiter des Veterinäramtes. Hiernach dürfen zur Abholung von Schweinen nur gereinigte und desinfizierte Viehtransporter, auf denen sich keine Schweine aus anderen Betrieben befinden, auf den Betrieb gelassen werden. Betriebsfremde Personen, beispielsweise Viehwagenfahrer, Tierärzte, Handwerker, dürfen den Stall nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einmalschutzkleidung betreten. Zum Treiben von Schweinen aus dem Stall dürfen nur eigene Treibhilfen (Bretter, Paddel) verwendet werden. Wildschweine sind durch entsprechende Einfriedung vom Betrieb fernzuhalten.

„Bei Verstößen gegen diese Vorschriften droht im Falle eines Ausbruches eine empfindliche Kürzung der Entschädigung durch die Niedersächsische Tierseuchenkasse“, warnt Dr. Paschertz.

Das Veterinäramt mahnt auch Jäger zu erhöhter Vorsicht. Verendete Wildschweine sollten im Rahmen des Schweinepest-Monitorings unbedingt untersucht werden. Besonders gefordert seien Jäger, die selbst Schweine halten. Sie sollten keinesfalls mit Jagdkleidung in den Stall gehen oder Wildschweine auf dem Betrieb aufbrechen.

„Die frühzeitige Erkennung der Seuche ist von ganz entscheidender Bedeutung für das gesamte Seuchengeschehen“, erläutert Dr. Paschertz weiter. Je länger sich die Seuche im Stall befinde, desto größer sei die Gefahr der Weiterverbreitung. Die Schweinehaltungshygieneverordnung schreibe deshalb vor, dass bei gehäuftem Auftreten von Todesfällen, bei Todesfällen ungeklärter Ursache, bei gehäuftem Auftreten von Kümmerern, bei vermehrt fieberhaften Erkrankungen mit Temperaturen über 40,5°C oder bei therapieresistentem Fieber immer die Ursache abzuklären sei. Dazu müssten vom Tierarzt Blutproben von zehn Schweinen entnommen und auf Schweinepest untersucht werden.

Weitere Informationen und Merkblätter zu Tierseuchen können auf unserer Seite

Tierhaltung & Ernährung - Tierseuchen­bekämpfung - ASP (Afrikanische Schweinepest)

abgerufen werden.